Der Glaube trotzt

Der Glaube glaubt sich gegen allen Anschein durch.
Ich selbst will, spricht der Herr, eine feurige Mauer rings um Jerusalem her sein.“

Sach. 2, 9

Jerusalem ist eine stark umkämpfte Stadt zwischen Eroberung, fallen und wieder aufgebaut werden. Sie war immer schon das Sinnbild für den Glaubenden, der täglich in den Auseinandersetzungen mit dem Bösen steht. Da hinein fällt das Wort mit der feurigen Mauer. Zwei Gegensätze, die scheinbar nicht extremer zueinander stehen können. Gott, der unüberwindbare, undurchdringliche Schutz und dennoch der mehrfache Niedergang der Stadt. Quasi wie im richtigen Leben, wo man unter dem Eindruck steht, soviel Elend, wo bleibt da der bewahrende Gott. Doch die Zusage und Macht die in diesem Wort liegt ist nicht zu toppen. Gott steht allen Widerständen zum Trotz für den Erhalt Jerusalems. Sooft die Mauern auch einstürzen werden, diese feurige Mauer macht die Stadt uneinnehmbar. Die Herrschaft Gottes gegen das Böse ist unantastbar. Jeder der sich an Gottes Eigentum vergreifen will, wird sich früher oder später die Finger verbrennen. Jesus selbst sagt: „Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen.“ Trotz Anfeindung und Sterben, wird das Leben bleiben. Trotz Nacht und Zerstörung, siegt die Befreiung. Trotz allem was passiert, baut Gott sein Reich und seine Gemeinde. Das was in Gottes Händen liegt, trägt das Siegel: unüberwindbar.
Somit ist Glaube immer ein Trotzdem-Glaube. Mit dieser Zusage kann er sich gegen allen Anschein durchglauben. Er glaubt, auch wenn alles dagegen spricht. Er hofft, wo es nichts zu hoffen gibt. Glaube ist ein, durch allen Widerstand unbeirrt festbleiben. Dort wo alles unter den Lasten ermüdet und die Flügel hängen lassen will, trotz der Glaube, weil er unter dem Kreuz immer die Auferstehung sieht. Die feurige Mauer ist genau für die Antriebslosen und schwach Gewordenen. Die feurige Mauer ist der Posaunenstoß, des Aufbruchs, allen Widerständen zum Trotz.
Was wäre das für ein Glaube, der nicht gerade in den dunkelsten Stunden, der Antrieb zum Weitermachen ist? 

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Krise heißt, mehr vertrauen wagen

Es ist eine starke Sache, dass einer bis zum Ende  kämpft, wo uns die Puste ausgeht.

„Herr, verdirb dein Volk und dein Erbe nicht, das du durch deine große Kraft erlöst hast.“
5. Mose 9, 26

Glaube ist angefochten. Die Erneuerung, die Gott den Menschen schenkt, haben wir nicht ein für allemal in der Tasche. Die von Christus Erlösten, stehen in den Stürmen, der tagtäglichen Auseinandersetzung. Diese zarte Pflanze, eines von Gott berührten und veränderten Menschen, braucht Schutz, einen Wildzaun gegen eindringende Füchse. Glaube ist kein dauerhafter Glückszustand, sondern steht auf dem Prüfstand, der immer auch Kampf bedeutet. Es ist normal in Krisen zu kommen. Wen Gott gebraucht, seine Erneuerung zu den Menschen zu bringen, wird in der Konfrontation mit dieser Welt zerrieben werden. Da kann man vor Gott und der Welt ins Zweifeln kommen. Da kann man unter dem Eindruck stehen, von Gott und allen guten Geistern verlassen zu sein.

Wo unsere Kräfte sinken und unsere Hilflosigkeit steigt, alle guten Perspektiven schwinden, gilt, ja nicht hängen lassen. Es kommt nicht auf unsere Stärke an, sondern Krise heißt: Mehr Vertrauen wagen. Lass das Schwere zum Gebet werden. Unsere Not ist Gottes Sache. Es muss unser Flehen sein, dass Gott, das erhält und durchbringt, was er uns an Erbe  anvertraut hat.

Wir können uns darauf verlassen, Gott steuert sein Schiff auch bei Gegenwind in den Hafen. Diesen Glauben müssen wir in verfestigen.

Meinen wir wirklich,  dass Gott uns über die Klinge springen lässt, wenn es knüppeldick kommt?