Liebe heilt

Liebende Menschen, sind Gottes Antwort auf das Elend der Welt.

„Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!“
Jes. 58, 7

Wer liebt, dessen Herz wohnt im anderen. Wo Gott liebt, lebt sein Herz im Menschen. In aller erster Linie in den Schwachen, den Leeren und Bedürftigen, in denen, die ihm nichts zu bringen haben. Er geht auf die zu, die unter sich selbst und ihrem Leben zerbrechen. Das Defizit des Menschen zieht regelrecht sein Erbarmen an. Dem Elend der Welt stellt er eine Krippe in den Stall. Alles Sterben überwindet er durch das offene Grab. Weil Gott liebt, sind alle Katastrophen dazu angelegt zum Leben zu führen. Geliebt werden macht lebendig. Lieben heilt und baut auf. An was auch der Mensch zerbricht, da ist immer die gewaltige Gegenbewegung, des „gesund-liebens“. Das Elend und die Liebe sind ein Paar. Das ist die Botschaft allen christlichen Glaubens.

Die Liebe kann sich nicht vom Elend distanzieren. Darin ruht der Dienst der Mutter Theresa Schwestern. Sie leben jeden Morgen aus der Eucharistie, um danach, für die am Straßenrand Liegenden, zur Handreichung der Liebe Christi zu werden. Wer von der Liebe berührt wurde, muss selbst zur Liebe werden. Die Glaubenden werden dadurch in die Not der Welt hineingetrieben. Ihnen geht das Herz auf, wenn für einen anderen die Welt untergeht. Sie werden zu einem Teil der Not des anderen. Da rücken die Flüchtlinge, die Obdachlosen, die Vergessenen ganz dicht in unser Leben. Da werden mir die Menschen mit Schicksalsschlägen zur persönlichen Aufgabe. Da kann die Liebe nicht mehr schulterzuckend vorbeigehen und sagen, das geht mich nichts an. Wer liebt fühlt sich verantwortlich. Der denkt unentwegt für den anderen und überlegt sich, was braucht er jetzt, was kann ich ihm geben.

Wo die Liebe treibt, treibt sie nicht nur zu den Außenstehenden. Sie brennt auch für den Bruder und die Schwester neben mir, in einer Gemeinschaft und Gemeinde. Da kann das Elend, die für uns Schwierigen sein. Mitmenschliche Spannungen sind nichts anderes als in den Straßenrändern der Großstädte zu liegen. Da hat die Liebe die Aufgabe, eine Sprache zur Verständigung zu finden und zu lernen und nicht mit einer kalten Schulter und Ignoranz zu antworten. Wo Gott die Elenden in sein Haus führt, hat die Liebe eine spannende und herausfordernde Aufgabe.

Wir sind in das Leid der Welt gestellt, um mit Liebe zu erwärmen und zu heilen. Warum sollten wir irgendjemand diesen Dienst verwehren?

Auslegungen für jeden Tag
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https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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Was wir betrachten, werden wir

Mit guten Worten kann man andere auf Händen tragen.

„Betrachte das Buch des Gesetzes Tag und Nacht, dass du es hältst und tust in allen Dingen.“
Jos. 1, 8

Das Buch des Gesetzes ist keine Schablone und kein Katalog, nach dem ein frommen Leben abgearbeitet wird. Wenn Jesus vom Gesetz spricht, redet er von sich als die Erfüllung des Gesetzes. Diese Erfüllung ist die vollkommene Liebe. Das Gesetz sind die befreienden Worte der Gottesliebe. Darin liegt Aufbruchstimmung, liegen heilende Kräfte. Wer sich guten Worten aussetzt wird geformt und verändert. Wo zwei Menschen sich die Worte, ich hab dich lieb, zusprechen, findet eine Annäherung, ein zusammenschweißen statt. Da haben ein paar kleine Worte eine starke verbindende Kraft. Während die Worte, ich mag dich nicht, einen Kälteschock auslösen. Worte lösen Reaktionen aus. Worte bauen auf und zerstören. Wo sich ein Mensch Tag und Nacht dem Gotteswort aussetzt, geschieht an ihm etwas. Wo wir andauernd dem, Ich liebe dich, ich tröste dich, ich heile dich, ich vergebe dir, ich erneuere dich begegnen, wird Gottes Güte in uns einmassiert. Da gehen Worte durch und durch, die jede unserer Zellen berührt und alle Bewegungen durchdringen. Geliebte gehen anders, sie stehen anders, sie kommunizieren anders. Je stärker dieses Betrachten ist, umso mehr werden wir von diesem Wort geformt. Da findet ein Bearbeitungsprozess zum Guten statt. Geliebt zu werden, entspannt zum Lieben. Da werden alle Sensoren auf lebendig und erfüllt gestellt. Da sind wir gehalten und können halten. Da spüren wir von innen heraus, was es heißt ein neuer Mensch zu sein. Betrachte das Wort so viel du kannst und du wirst dich nicht wiedererkennen, über dem, was da an dir geschieht. In diesem Betrachten wächst Glauben und Vertrauen. In diesem Betrachten, werde ich bereit, vom Wort bearbeitet zu werden. Dieses tägliche Betrachten, dieses intensive Auseinandersetzen mit dem Wort, trägt mich selbst durch Spannungen und Zukunftsängste, wo eigentlich die Situation auf Verzweifeln angelegt ist.

Wenn wir anschauen, welche Worte wir tagtäglich hören, lesen, anschauen und in uns aufnehmen, brauchen wir uns über unsere Kraftlosigkeit nicht zu wundern. Die Zeitung beim Frühstück serviert uns den Krieg von Türkei uns Syrien oder zwei große Parteien, die nicht zu Topfe kommen, um eine Regierung zustande zu bringen. Wo wir diese Worte betrachten, ist uns die Freude schon am Anfang des Tages versaut. Das was wir in uns eindringen lassen zermürbt uns, oder baut uns auf. Wo wir die Lehre der Liebe lernen, werden wir anders und wird unser Tag anders. Wir brauchen das Wort, ich liebe dich, nicht nur einmal am Anfang hören, wir brauchen es ständig neu. Sich dauerhaft dem Wort ausliefern, trägt uns auf Händen und schafft etwas Neues in uns.

Was kann uns erschüttern, wenn wir in der Macht der Liebe ruhen?

Geläuterte Worte heilen

Je klarer das Wort, umso stärker zeigt es klare Wege auf.

„Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.“Ps. 12, 7

Die Worte des Herrn haben eine ganz andere Qualität als wir sie aus unserem Miteinander kennen. Diese Worte besitzen etwas so Klares, etwas so Reines, dass sie die ganze Welt aushebeln können. Der Wert dieser Worte ist so hochwertig, dass sie Menschen damit gesund machen. Es sind Worte die bewegen, Worte, die schillern wie Edelsteine. Wo dieses Wort gesprochen wird, geht die Sonne auf. 
Wenn wir den Vergleich zu unseren Worten anstellen, stellen wir fest, unklare, unsaubere Worte reizen. Wo Worte nicht geläutert sind, haben sie verletzende Kraft. Viele Worte zerstören das Miteinander, weil sie aus Ärger und nicht aus einem reinen Herzen kommen. Wo Worte ungeprüft herausschwallen, richten sie das größte Chaos an. Wort ist nicht Wort. Wort ist nicht neutral. Die Qualität des Wortes erkennt man, was daraus entsteht. 
Gottes Wort schafft was es sagt. Es schafft den Erlöser im Leib der Maria. Es schafft die Auferstehung vom Tod. In diesem Wort liegt die ganze Heilskraft des Christus. Wo dieses Wort auf Menschen trifft, schafft es Klarheit. Es reinigt und veredelt die Menschen. Geläuterte Worte, schaffen geläuterte Menschen. Da entstehen Leuchtfeuer, die Wege aufzeigen und Spuren hinterlassen. Worte die leuchten und für andere zur Hilfe werden, können nur aus diesem Wort kommen. Unsere Worte müssen auf den Prüfstand dieses geläuterten Wortes, wenn sie die Kraft haben sollen, für andere zum Licht zu werden. Unsere Worte brauchen den Reinigungsprozess einer Edelmetall Herstellung, wenn sie versöhnen wollen. Wo dieses Wort die Kraft in uns verliert, brauchen wir uns nicht über das Konfliktpotenzial unserer Worte wundern. Im Festhalten an diesem geläuterten Wort, liegt der Wert und die Wirkung unserer Worte. Jeder Schmerz, den unsere Worte auslösen, zeigt wie notwendig eine Reinigung ist. Wo unsere Worte nicht geläutert sind, besitzen sie in den Konflikten keine heilende Kraft. Wenn dieses edle Wort des Herrn uns vereinnahmen kann, reinigen und heilen wir unser Miteinander.
Wie fest sind wir an diesem Wort, dass unsere Worte geläutert werden? 

Überraschende Begegnung

Wir bringen Christus in das Elend der Welt und wir empfangen ihn daraus.

„Der Herr sprach zu Mose: Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben.“5.Mose 18,18

Heute feiert die orthodoxe Kirche Weihnachten. An der Krippe zeigt uns Gott wo wir Jesus finden. Nicht zuerst im Tempel, in irgendwelchen heiligen Hallen, in super aufregenden Events, sondern im Stall. In die Unwirklichkeit dieser Welt hat die Liebe eingeschlagen. Gott ist in der Pampa angekommen. Im letzten Dreckloch, wo ihn keiner vermutet. Oft meinen wir Glaubenden, wir müssen die Begegnung mit Christus schön verklären und auf ein nettes, freundliches Niveau heben. Doch wir begegnen Christus im Elend und der Armseligkeit dieser Welt. Vielleicht gerade unter den Menschen, mit denen wir am liebsten gar nichts zu tun hätten. Christus wird uns erweckt, an den dunkelsten Ecken der Menschheitsgeschichte. Wir begegnen Christus am Kreuz und am offenen Grab auf dem Friedhof. Genau an den unschönen Seiten des Lebens ist Gott angekommen. Die Christusbegegnung hat Gott in die Katastrophen des Lebens gelegt, um deutlich zu machen, die Elenden und Erschlagenen sind seine Zielgruppe. In der schlimmsten Situation unseres Lebens wird Christus geboren. Im dem Unfrieden der Welt, erweckt Gott Worte des Friedens. Dort wo niemand an ihn denk, keiner von ihm redet, die Welt sich von ihrer kältesten Seite zeigt, werden Worte Herzen erwärmen. 
Wenn die Christusgeburt in der dunkelsten Nacht geschieht, wird er uns immer dort begegnen, wo wir nie mit ihm rechnen. So wird die schlimmste Lebenskrise zum Geburtsort. Genau in den Spannungen in der Gemeinde, Familie, im Berufsleben, will es Weihnachten werden. Wir empfangen Christus nicht nur im Sonntagsgottesdienst, sondern erst recht an den Nahtstellen der ungemütlichen Tage. Somit bringen wir nicht nur den Christus in das Elend, wir empfangen ihn, im und aus dem Elend. Da kann an einer unverhofften Stelle Gott durch einen Menschen reden, der gar nicht weiß, dass er zur Gottesstimme geworden ist. Gott ist immer für Überraschungen gut. Da kann bei mir und bei anderen, gerade die Situation unter der wir leiden, Du zum Davonlaufen ist, zur Geburtsstunde Christi werden. 
Welche Worte erweckt Gott gerade aus meinem unangenehmen Stand?  

Alles frisch 

Wo Gott wohnt ist Herrlichkeit.

„Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.“Jes. 57, 15

In einem Atemzug wird Gottes Wohnort oben und unten, oder hüben und drüben beschrieben. Das „Ehre sei Gott in der Höhe“, haben wir in den vergangenen Tagen besungen. Da haben die Herzen himmelwärts geschlagen, doch in der Fortsetzung kommt das „und Frieden auf Erden…“ Gott lebt zum einen in seiner ganzen erhabenen Schöpfermacht und gleichzeitig auf Augenhöhe mit den Zerschlagenen. Auch hier stehen wir mitten im Weihnachtsgeschehen. Die Unfassbarkeit Gottes hat ein menschliches Gesicht. An der Krippe sehen wir, wie nah sein Heiligtum den Armen ist. Die Herrlichkeit und Größe Gottes steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gedemütigten Menschen. In die Herrlichkeit Gottes ist der gebeutelte Mensch mit einbezogen. Hieran erkennen wir stark Gott mit dem Menschen eins ist. Heiligkeit und zerschlagen sein gehören zusammen. An der Krippe will Gott den sich von ihm entfremdeten Menschen wieder an sich ziehen. In der Heiligen Nacht soll die Ohnmacht der Herrlichkeit begegnen. Durch die Menschwerdung Gottes, hat er sich der letzten Verlassenheit des Menschen angenommen. Der Herrlichkeit ist kein gedemütigter Geist mehr fremd. Die gewaltige Höhe kommt mitten in das verängstigte und eingeschüchterte Herz.
Die Krippe erquickt. Gott auf Augenhöhe ist die erfrischende Dusche nach einem ermüdenden Arbeitstag. Erquickung ist der Sinn von Weihnachten. Es ist wie die Rekreation in den alten Klöstern. Die Wiederherstellung eines guten Zustandes, der in den Lebensauseinandersetzungen verwirtschaftet wurde. In der Christus-Begegnung wird der geschlagene Mensch regeneriert. Dort wo das Leben uns zusetzt, stellt er die Krippe daneben. Näher kann Erquickung nicht mehr sein. Auf den Belasteten wartet die frische Dusche. Da ist vor uns der Tisch mit Brot und Wein gedeckt. Eucharistie erquickt. Überall wo uns Christus begegnet ist Erquickung angesagt.
Ist nach Weihnachten bei uns wirklich alles frisch geworden?   

Ein Leben voller Überraschungen 

Die Energieentladungen Gottes bereichern das Leben.

„Der Herr segne dich und behüte dich.“

4.Mose 6, 24
Gesegnete erhalten einen Wertzuwachs des Allerhöchsten. Wo Segen fließt, gibt Gott zu dem was da ist, noch jede Menge dazu. Beim Erntesegen, sind Früchte gewachsen, die alle Erwartungen übertroffen haben. Wo uns der Segen im Gottesdienst zugesprochen wird, soll unser Tun und Sein, durch eine unsichtbare Macht vervielfältigt werden. Da soll viel mehr daraus werden, als durch den normalen Einsatz üblich ist. Segen ist eine Energie aus der anderen Welt. Segen ist ein schöpferischer Wachstumsbeschleuniger, der dem menschlichen Maß noch ein göttliches Maß dazugibt. Da bringen Menschen ihren Einsatz und auf unbeschreibliche Art findet eine Vermehrung statt. Unter dem Segen multipliziert sich die menschliche Arbeit. Dabei ist der Segen nicht der Zuckerguss für das Nichtstun. Segen entfaltet sich im Wagnis des Glaubens. Dort wo der Mensch im Vertrauen auf Gott Wege geht und sich an die Arbeit macht, da gibt er ein Vielfaches dazu. 
Segen ist, wenn eine im Advent abgebrannte Klosteranlage, im nächsten Advent wieder aufgebaut ist. Segen ist, wenn aus einem hilflosen Ringen um Unterstützung für die Gang-Therapie von Natalie, sich an allen Ecken und Enden Menschen angesprochen fühlen, etwas zu machen. Segen ist, wenn Gott in einem Stall eine Krippe aufbaut, um die Nacht der Menschen aus der Welt zu schaffen. Beim Segen hört unsere mathematische Kalkulation auf. Da wird das Rechenkonzept des Verstandes mit Lügen gestraft.  
Wo wir uns den Segen zusprechen, wünschen wir dem Anderen, dass zu all seinem Mühen, Gott seinen Reichtum dazutut und die Fässer überlaufen lässt. Wir sind zum Segnen berufen. Wir haben den Auftrag, die Handlungen Gottes auf das Leben des Nächsten zu legen. Am Anderen soll ein unfassbarer Zuwachs geschehen. Wir rufen die Macht und die Herrschaft Gottes über dem Leben der Menschen aus. Wo wir die Gesegneten sind, muss dieser Segen weiterfließen. 
Wieviel Überraschungen kommen da in unser Leben und das der anderen?  

Barmherzigkeit baut auf

Nur wenn sich einer über uns erbarmt, können wir gerecht werden.
„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unserer Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“

Dan. 9. 18
Gerechtigkeit und Gnade waren Luthers großes Thema. Daniel hatte die große Erkenntnis: So wie ich bin, kann ich Gott nicht genügen. Und wer ernsthaft glauben will, stellt immer wieder fest, dem, was Gott mit mir vor hat, kann ich nicht gerecht werden. Da klafft eine riesige Lücke. Wir müssen immer wieder entdecken, wie wenig wir zu echter Liebe in der Lage sind. Der Mensch steht vor Gott immer in seinem Mangel und seinem Defizit. Da ist keiner, der sich heilig sprechen könnte.
Wir vertrauen auf Erbarmen. Wir werden heilig und gerecht durch Gottes Anteil, der er zu unserem Leben dazu gibt. Christus ist Gottes Auffangbecken für Ungerechte. Mit ihm holt uns das Erbarmen ein. Die Barmherzigkeit befreit den Sünder vom schuldig sein. Das ist die einzige Wiedergutmachung von Übel. Vor Gott kann sich kein Mensch, durch noch so gute Leistungen etwas verdienen; einzig dass Gott durch Christus auf ihn zukommt. Nicht unsere frommen Werke stimmen Gott gnädig, sondern in Christus sind wir begnadigt. 
Mit Christus enden alle Selbstvorwürfe, alle Anklage. Durch die Barmherzigkeit findet unsere Selbstaufwertung statt. Dadurch sind wir der wertvollste Mensch, in Gottes Gegenwart. Wo wir in unseren Gebeten darauf vertrauen, entspannt sich die Last unseres Lebens. Wo wir auf dei Barmherzigkeit vertrauen, können wir Gott nicht mehr zur Last fallen und werden in unserer Schwachheit wertvoll und wichtig. Das Vertrauen auf die Barmherzigkeit versönt mit Gott und dem Leben.
Verkrampfen wir uns noch im Kämpfen um das Gute, oder nehmen wir das Gute einfach dankbar an?

Verständlich reden

Kommunikation ist ein hohe Kunst, dass beim andern auch das ankommt, was gemeint ist.
„Sie lasen aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, Abschnitt für Abschnitt und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde.“

Neh. 8, 8
Gottes Weisheit offenbart sich aus seinem Wort. Es ist Gottes Führungsinstrument, wie er seine Kinder an die Hand nimmt. Daraus erhalten Menschen Orientierung und Hoffnung, einmal ganz allgemein ausgedrückt. 
Zur Zeit Nehemias fiel dieses Wort in die Umstände, in denen das Volk Israel aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkam. Zwar wieder in der Heimat, doch aufgewühlt von den vergangenen Jahren. Eine Situation, in der das Leben ganz neu sortiert und strukturiert werden muss. Es war wie das Laufen lernen im eigenen Zuhause. Da war es wichtig, Gottes Wort nicht als große abstrakte Vision zu begreifen, sondern ganz einfach und praktisch vertehen zu können. Esra hatte dafür den richtigen Ton gefunden. Ihm gelang es, häppchenweise zu erklären, dass man verstand. Er hatte das Gespür für verwundete Seelen. Er hatte etwas von einer empathischen Verkündigung, das einem gebeutelten Volk neue Frische gab.
Auch wenn Gottes Wort wie ein Hammer ist, der Felsen zerschmeißt und Entscheidungen fordert, ist es kein Totschlagwerkzeug. Es will erhellen, aufbauen, wegweisend sein und erfrischen. Es will eingehen, dass sich etwas zum Guten wendet. Es will nicht übergestülpt, sondern verstanden werden. Erklären und verstehen, ist der liebende Gott, der sich über seine Kinder erbarmt. Da wird nicht die Wahrheit wie Schappi serviert, nach dem Motto: Friss oder stirb. Wort Gottes wird nicht in der Hauruck-Methode zur Hilfe, sondern indem es den Menschen erfasst, der vor ihm steht und ganz persönlich wird. Gottes Wort ist der Christus, der mich durchdringen will. Es ist auf meine Biografie zugeschnitten. Und erst, wenn es ganz persönlich wird, wird es zu meinem Heil. 
Wie oft bleibt das Wort unverstanden, weil Glaubenden das Einfühlungsvermögen für den Anderen fehlt. Wo wir das Wort weitergeben, müssen wir den Anderen im Auge haben, ob er versteht. Es reicht nicht zu sagen, ich habe es ihm doch gesagt. Sagen heißt, die Verantwortung übernehmen, dass mein Gesagtes „ankommt“ und verstanden wird. Wenn das Wort meinen Nächsten erfrischen soll, darf ich es nicht nur „loswerden“, sondern brauche ich Geist und Weisheit, dass es ihm zum persönlichen Wort wird. Freuen wir uns über jeden, an dem man die aufbauenden Wirkungen des Wortes ablesen kann. Und mühen wir uns selbst um ein frisches, verständliches Wort.
Wollen wir mit dem Wort moralisch erschlagen, oder lieber verständnisvoll aufrichten?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch. 

Andere groß machen 

Wer weiß, wer sein Nächster ist, kennt seine Aufgabe für das Leben.
„Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken.“

3. Mose 19, 13
Bedrücken, ein starkes no go. In Bedrücken steckt Druck, Gewalt, ungute Macht ausüben. Alles gegengeschöpfliche Elemente. Bedrücken ist nicht am Herzen Gottes geboren. Niederdrücken steckt in der Art des Menschen. Das ist ein verwechseltes Rollenspiel. Im Niederdrücken, soll das Eigene erhöht werden. Es dient dazu, sich besser zu stellen als den anderen. Den anderen klein zu machen, sich über andere zu erheben, ist der Führungsstil einer Welt, die sich von Gott getrennt hat. Darin liegt der Urgrund aller Belastung unter der die Menschheit leidet. Wo einer sich über den anderen erhebt, beginnt das Elend. 
Gegen dieses Niederdrücken anzugehen ist keine moralische Forderung, die uns hier auferlegt wird. Diese überhebliche Machtausübung hat Christus am Kreuz überwunden. Damit hat Gott das Niederdrücken erdrückt. Liebe löst den Druck. Erlösen ist das Gegenstück von Bedrücken. Mit Christus können wir entspannt mit dem, was uns bedrückt umgehen. Christus verwandelt unseren Eigennutz in Hingabe. Dadurch entsteht ein anderer Führungsstil. Der Nächste wird wertvoll. Da wächst die Achtung vor dem anderen. Der Nächste wird zu einer bedeutungsvollen Größe. Durch Christus entspannt sich beslastetes Miteinander. Da wird der von Not Erdrückte zu meiner Aufgabe. Da wird mir der Verachtete zum Nächsten, wie es Jesus in der Geschichte vom barmherzigen Samariter beschreibt. 
Durch Christus sind wir Entspannungspolitiker. Wir nehmen den Menschen den Druck ab. Wir richten sie in ihrem Erdrückt sein auf. Da wird ein Umgangsstil gepflegt, der nicht erniedrigt, sondern erhebt. 
Kann unser Nächster unter unserem Umgangsstil aufatmen?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch.

Da werden Mächtige machtlos 

Freiheit, liegt in einem Gedanken Gottes.

„Der Herr dachte an uns, als wir unterdrückt waren, denn seine Güte währet ewiglich. „

Ps. 136, 23

Gedanken schaffen Taten. Denken hat die Absicht, sich zu verwirklichen, sich zu materialisieren. Wenn Gott denkt, ist das die Krönung allen Schaffens. Da kommen Welten in Bewegung. Ein Gedanke Gottes ist Schöpfung. Da war ein neuer Tag, da waren Menschen und Tiere, da wurde aus Finsternis Licht und aus Chaos ein Paradies. „Und alles war sehr gut.“ Wenn Gott denkt, entfaltet sich das Leben. Da fällt Güte auf die Erde. Da wird die Welt von dem Guten geküsst.
Diese Erfahrung macht das Volk Israel in seiner ganzen Geschichte. Wo Gott an sie dachte, war die Gefangenschaft in Babylon, Ägypten und in den deutschen KZ´s nicht das Aus. Wo die Güte denkt, werden die Mächtigen machtlos. Wenn die Güte in die Unterdrückung fällt, durchbricht ein Sonnenblumenkern den Asphalt. Wenn Gott an uns denkt, will er die Bedrängten frei machen. Christus ist der Freiheitsgedanke Gottes. Mit Christus fällt die Güte auf vertrocknetes Land. Wo dieser Freiheistgedanke Menschen erfasst, kann nichts mehr auf der Welt gefangen nehmen. Da wirkt eine schöpferische Freiheit, mitten in dem täglichen Gefangensein. Noch in der tiefsten Krise entsteht eine Aufbruchstimmung. Wo Christus frei macht, kann kein Mensch in der Menschenverachtung zerbrechen. Da bekommen die Schmerzen des Lebens, die uns lähmen und gefangennehmen wollen, ewige Güte aufgetischt. Da muss zwangsweise jede Nacht hell werden. Wo Gott an uns denkt, können die Unterdrückten aufatmen.
Gott denkt an uns. Warum sollte soviel Güte nicht genügen?
Einem gesegneten Sonntag wünsche ich euch.