Begnadet Lachen

Wie befreit kann ein Leben sein, das unendliche Anerkennung und Wertschätzung genießt.

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele.“
Ps. 57, 2

Luther fragte vor 500 Jahren: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Das war für ihn der Durchbruch zu einem ganz neuen Glauben und zusätzlich für die Kirche und Gesellschaft ein riesiger Erneuerungsprozess. Zu entdecken, Glaube und Kirche ist keine Leistung, zu erkennen, bei Gott muss man sich keine Sporen verdienen, war eine Revolution des Herzens. Welche Lasten fallen da ab, wenn man sich erkennt, dass man nie in der Lage sein wird, zu lieben, wie Gott liebt, und darin zu erfahren, Gottes Zuneigung zu mir ist ungebrochen. Normalerweise muss man sich seine Anerkennung durch gute Eigenschaften oder herausragende Leistungen verdienen, doch Gottes Wertschätzung ist bedingungslos. In einem gnädigen Gott liegt etwas Unfassbares. Da kommt eine grundlose Zuneigung auf uns zu. Gnädig sein ist nichts Billiges, das durch alle fünf Finger schaut, sondern da steht ein Vater zu seinem Kind, egal welchen Bock es geschossen hat. Gott steht zu seiner Vaterschaft. Die steht, die kann er nicht verleugnen. Die gilt auch dann noch, wenn die Kinder untreu sind. Gnade ist die Eigenschaft Gottes, die, egal was kommt, nie einen Strich zieht. Wo wir auch stehen, ob mit oder ohne Gott, wir sind andauernd in diese Wertschätzung eingehüllt. Dass da eine Liebe so stark ist, die sich nicht abstellen lässt, das ist der Wahnsinn der Gnade. Wir sind noch wer, auch wenn wir nichts sind. Vor Gott zählt einzig unser Sein und keinerlei Leistung und Verhalten. Weil wir sind, sind wir in das ganze Wohlwollen Gottes gestellt.

Als Luther das begriffen hatte, sind von ihm Felsbrocken abgefallen, die ein Erdbeben ausgelöst haben. Sünder und Begnadigter zu sein, muss eine Kirche reformieren. Da hatte der gute Martin wieder eine Menge zu lachen. Das hat den ganzen frommen Stress weggenommen. Das hat das belastete Gewissen entlastet. Da war der gnädige Gott mein Ablass, der befreite. Da musste keiner mehr als das schleichende Elend herumlaufen. Mit Gnade, mit Wertschätzung baut Gott die Menschen wieder auf. Er entspannt alle Ungnade, in die wir unter Menschen fallen, wenn die Leistung nicht stimmt. Die Gnade baut gesunde Persönlichkeiten auf, die über ihre eigenen Fehler lachen können. Da muss keiner seine Schandflecken zudecken, um nicht die Anerkennung zu verlieren. Wie befreit wird ein Leben, wenn dieser Stress wegfällt. Wir können hundert Mal hinfallen, wieder aufstehen und quitschfidel unseren Weg gehen. Wer einen gnädigen Gott kennt, braucht nur noch die Türe aufmachen, dass diese befreiende Kraft unsere Herzen reformiert.

Warum ist unser frommes Dasein so oft mit einer erdrückenden Ernsthaftigkeit verbunden, die so wenig von dieser umkrempelnden Macht der Gnade sichtbar werden lässt?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Unerschütterlich, wenn’s kracht und blitzt

Das was Leben bewahrt und aufrichtet ist immer stärker als das was es zugrunde richtet.

„Gottes Wahrheit ist Schirm und Schild.“
Ps. 91, 4

Gottes Wahrheit ist eine Realität, die die menschliche Wahrheit total beeinflusst. Wo ein Mensch wie Pilatus nach der Wahrheit sucht und sich angesichts der vielen Möglichkeiten die ein Mensch hat fragt, was ist Wahrheit, stellt Gott seine Wahrheit dagegen. Egal zu welch einem Ergebnis der Mensch bei dieser Frage kommt, weil er die Wahrheit immer wieder anders erlebt, ist die Wahrheit Gottes eine völlig andere Größe. Sie umspannt und durchdringt all die vielen menschlichen Wahrheiten. Sie zeigt sich als eine Existenzgröße, die allen andern Realitäten beeinflusst. Sie ist das Gegenteil von allem, was wir als reale Welt erleben und wahrnehmen. Sie ist das Trotzdem in all dem, was wir als die Tatsache unseres Lebens wahrnehmen. Johann Franck besingt es in Jesu meine Freude: Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Lass den Satan wettern, lass die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. Egal, ob es uns in unserer Wahrheit die Füße wegzieht, ob wir unser geistliches Miteinander völlig unerträglich empfinden, Gottes Wahrheit verändert unsere Wahrheit. Wo diese Wahrheit Schirm und Schild ist, ist sie der maximale Schutz in allem Bösen. Das was wir als die böse Wahrheit erfahren, ist zwar eine Bedrohung die uns existenziell durchschüttelt, jedoch nie das Ende der Fahnenstange. Ohne Gottes Wahrheit wären wir ausgeliefert, doch Gottes Wahrheit ist Schild, also ein Schutz, der das Gegenteil unserer Wahrheit ist. Schirm und Schild ist die Realität des Glaubens. Gottes Wahrheit ist, dass Leben weder am Kreuz, noch im Tod endet.

Für den Glaubenden kann das Leben noch so hart und unerträglich aussehen, diese Wahrheit verändert alles. Wo diese Wahrheit zu unserer Wahrheit wird, kann uns nicht mehr erschrecken. Da kann ein Martin Luther unter dem Druck der Obrigkeit ausrufen: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Und Paul Schneider ruft aus seiner Todeszelle über den Appellplatz: Und Christus ist trotzdem auferstanden. Wer unter diesem Schirm und Schild steht, ist kein Duckmäuser. Er kann in größter Anfechtung standhaft bleiben. Diese Wahrheit ist uns gegeben, um unsere Wahrheiten zu meistern und zu überwinden. Wer unter dem Schirm des Höchsten geht, hat die Auseinandersetzung mit Mächten und Gewalten nicht zu fürchten.

Es wäre Unglaube, wenn wir die augenblicklichen Umstände als die unveränderbare Wahrheit halten würden. Das was wir im Augenblick als hoffnungslos erleben, ist nie hoffnungslos. Das was uns jetzt Angst machen will, ist nie die letzte Wahrheit. Wo wir die Wahrheit Gottes für uns ergreifen, verändert sich unsere Gegenwart. Wir stehen unter einem Schutz, auch wenn rings um uns her die Wölfe heulen.

Wenn wir solch eine Wahrheit haben, wie können wir dann unserer Wahrheit noch Glauben schenken?

Gott segne dich.
Blühende Grüße Theophilos 💐😇

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Dem Schrecken ins Gesicht lachen

Wer nicht immer neu den Glauben lernt, der muss vor dem Leben erschrecken.

Ich bin bei dir, dass ich dir helfe und dich errette, spricht der Herr.“
Jer. 15, 20

Welch eine Garantieerklärung! Ich bin bei dir, das sagt nicht unser bester Freund, nicht eine Versicherung, sondern der allmächtige Gott. Wenn wir morgens aufstehen und uns anziehen, dann ziehen wir nicht Hemd und Hose an, sondern Hilfe und Rettung. Gott ist hautnah. Er ist nicht von unserer Seite wegzudenken. Egal wo wir sind, Gott ist präsent. Dort wo es drunter und drüber geht, ist Hilfe gleich daneben. Bevor der Unfall passiert, ist der Rettungswagen bereits im Einsatz. In unserem Engpass, an unseren Grenzen stehen wir nicht alleine. Wenn unser Schiff unterzugehen droht, sitzt die Rettung mit im Boot. Wo Gott mit dir ist, kann es kein Verlassenheitsgefühl geben. Egal was du durchmachst, Gott macht das mit durch. Ich bin bei dir, ist wie eine zweite Haut. Unsere Not kann Gott nicht abschütteln. Wir sind umhüllt von etwas, das größer ist als aller Schreck der Welt. Durch das ich bin bei dir sind wir sturmsicher. Ich bin bei dir heißt, es gibt keine Herausforderung, der wir nicht standhalten können. Das was uns bedrohlich und unüberwindbar scheint, wird zur Erfahrung – da ist mehr Hilfe als wir uns denken können. Diese Realpräsenz Gottes ist das Eigentliche, was das Leben trägt. Leib und Blut Christi wird zur Rettung aus allem Tod. Dieser Verwandlung findet in der Ohnmacht des Lebens statt. Wo wir nicht mehr weiter können, übernimmt diese Herrschaft das Kommando. Ich bin bei dir, will die Gottesgegenwart in unser Elend meißeln. Es will Vertrauen in allem Unglauben wecken.

Vor seinem Tod sagt Jesus zu seinen ängstlichen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Das die einzige Antwort in der Krise und im Trennungsverlust. Wo er als die starke Führungsfigur nicht mehr da sein wird und die Jünger wieder auf sich selber gestellt sind, bricht nicht die Welt zusammen, sondern baut der Glaube sie auf. Dem Schrecken können wir nur mit Glauben begegnen. Wo der Glaube nach Gott greift, hat der Schreck verloren. Der Glaube vergegenwärtigt dieses ich bin mit dir in die Katastrophen. Solch ein Glaube entwickelt sich nicht aus uns selbst, sondern wächst aus dem Vertrauen auf das ich bin mit dir. Ab diesem Moment sind wir nicht mehr der Frosch, der vor der Schlange erstarrt, sondern wir werden in der Krise mutig. Da wächst eine Entschlossenheit heran, den Problemen in die Augen zu sehen und die eigene Angst zu überwinden. Allen Bedenkenträgern zum Trotz, stehen wir, handeln wir und gehen aufrecht voran. Solch eine Zusage will uns unerschütterlich machen. Sie will unsern Glauben über uns hinauswachsen lassen.

Wo bleibt unser Mut in den dunklen Stunden, wo bleibt die Entschlossenheit, allem Bösen mit Vollmacht entgegenzutreten, wenn wir solch eine Zusage in der Tasche haben?

Gott segne dich.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

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Jederzeit kann alles werden

Wer echten Trost kennt, braucht den Schmerz nicht zu fürchten.

Ein geängstigtes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“
Ps. 51, 19

Welch ein Abgrund überspannendes Wort. Ein am Boden zerstörter Mensch und ein aufmerkender Gott. Zwei Extreme werden hier miteinander verbunden. Das was Gott von seiner Macht auf dieser Erde sichtbar werden lassen will, geschieht nicht in erster Linie mit den Schönen, Reichen und Starken; Gott beachtet das Schwache. Er ist aufmerksam für die, die nichts zu bringen haben, deren Leistung abgesackt ist, deren Hoffnung auf dem Nullpunkt ist. Gott hat ein besonderes Auge auf die, deren Leben einem völligen Ausnahmezustand gleicht, wo nur noch Chaos herrscht. Er wird genau bei denen hellwach, die keine Qualifizierung mehr für das Leben mitbringen. Die vom Leben Gezeichneten sind seine Spezialität. Die, die in unseren Bewerbungsverfahren für eine Neuanstellung mit Sicherheit durch das Raster fallen. Gott wählt das Schwache, den, der nicht mehr kann und sich nichts mehr zutraut. Minderleister und Angsthasen, Zweifler und solche die dran sind ihren Glauben an den Nagel zu hängen. Die Verzweifelten, die nur noch den Karren bergab laufen sehen. Er sieht gerade auf die, die unter seiner Fahne angetreten sind und nur noch stöhnen unter Alter, mitmenschlichen Lasten und einem Finanzdruck, der nicht mehr zu bewältigen ist. Er achtet auf die, die den Mut verlieren wollen, weil eine starke Glocke, die seine Realität, sein Handeln und seine Güte in die Welt rufen will, nicht mehr erklingt, und die Wiederinstandsetzung eine menschliche Überforderung bedeutet. Unsere Grenzerfahrungen sind Gottes heiliges Land. Die totale Hilflosigkeit ist der Humus, in den er seinen Samen streut. Das geknickte Rohr will er nicht zerbrechen. Am Ende alles menschlichen Handelns ist Gottes Anfang. Chaos ist die Grundlage für Neuschöpfung. Da wo nichts ist, kann durch Gott alles werden.

Geängstigte, zerschlagene Herzen sind das Beste, was Gott passieren kann. Jesus sagt: Nicht die Starken, sondern die Kranken bedürfen des Arztes. Gerade unser Ausnahmezustand ist die Plattform des Heiles. Die Situationen, die zum Davonlaufen sind, sind genau die, die neues Vertrauen wecken wollen. Gott will nicht unsere Stärke, will nicht unser super Funktionieren, sondern dort, wo alles ausweglos scheint unseren Glauben. Unser Unvermögen ist der Anker, der in neuem Glauben wieder fest werden will. Ohne ein zerschlagenes Herz, würde niemand einen Gedanken darüber verschwenden, neues Vertrauen zu wagen. Glaube wächst in geängstigten Herzen. Nur in den bitteren Stunden des Lebens wächst die Sehnsucht nach Erlösung. Nur der Schwerkranke, kann das Wunder der Heilung erfahren. Wenn unser Vermögen am Ende ist, sind wir noch lange nicht am Ende, weil Gott Acht hat. Es geht darum, dort wo die Angst am Größten ist, sich nicht zurückzuziehen, sondern neu den Glauben zu wagen.

Machen wir nicht uns zum Maßstab, wenn wir in aussichtsloser Lage keine Hoffnung mehr haben und Gott nicht mehr zutrauen, dass er der Arzt ist?

Gott segne dich an diesem Sonntag.
Liebe Grüße Theophilos 💐😇

Ganz aktueller Bericht zur Glocke
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Über sich hinaus wachsen

Das Leben hat darin seinen Wert und seine Bestimmung, dass es wächst und Frucht bringt.

Sie sollen erfahren, dass ich, der Herr, ihr Gott, bei ihnen bin und dass die vom Hause Israel mein Volk sind, spricht der Herr.“
Hes. 34, 30

Wenn Gott der Herr ist, dem Leben gehört, liegt darin die Einbettung allen Seins. Gott beansprucht und bestimmt uns als ganze Person. Das wozu unseres Lebens, beantworten wir nicht aus uns selbst, sondern aus dem wozu uns Gott bestimmt hat. Auf unserem Leben liegt eine gewaltige Erwählung, die nicht von uns ausgeht. Jedes Geschöpf ist ein genialer Gedanke Gottes, der sich multiplizieren soll und explodieren will. Jede Neugeburt des Lebens, ist der Klangkörper für das große Halleluja. Jeder soll entdecken, zu welch umwerfender Genialität er geschaffen ist. Das was aus den Händen Gottes hervorgegangen ist, soll die Welt mit Segen überschwemmen. Auf einem jeden von uns liegt eine Bestimmung über sich hinauszuwachsen. Jesus spricht: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr Frucht bringt.

Hierin liegt genau der Unterschied zu dem, dass wir wählen, was aus unserem Leben wird. Bei den vielen Lebensfragen, die tagtäglich gefällt werden, wer wählt da was? Was treibt uns an, bei der Berufswahl, bei der Wahl des Partners, bei der Ideologie der wir folgen? Frei nach dem Motto: Alle Macht geht vom Volke aus. Doch sind wir tatsächlich die Mächtigen, die über unser Leben entscheiden? Sind wir, die bestimmen, was der Sinn unseres Lebens ist? Sind wir wirklich der Bestimmer, die mit ihrem Leben Berge versetzen? Oder entfalten sich nicht genau dort die Potenziale die in uns liegen, wo wir erkennen, zu was wir erwählt sind? Wo wir erkennen, dass Gott wählt, geht es nicht mehr um das, was wir von unserem Leben denken und für gut und richtig empfinden, sondern um dieses erwählt sein zu entdecken. Wenn wir erfahren sollen, was die Bestimmung unseres Lebens ist, geht es nicht um unsere Gedanken und Wünsche, sondern um ein sich Öffnen und Hineinhorchen in unsere Erwählung. Unser Potenzial entdecken wir nicht in uns, sondern in der Bestimmung, die Gott auf uns legt. Wahl kommt nicht aus uns heraus, sondern von außen auf uns zu. Es liegt nicht in unserem Willen, sondern in dem, was sich Gott von uns gedacht hat. Hierin liegt das Geheimnis, dass sich Gottes Gaben in uns entfalten. Hier hält das Leben nicht mehr an sich selbst fest, sondern gibt der gestaltenden Macht des Schöpfers ganzen Raum, um über sich hinauszuwachsen.

Dass die ganze Kraft Gottes in einem Menschen zur Entfaltung kommt, liegt in dem entdecken, zu was wir erwählt sind. Da entsteht die Frucht, die alle Fässer zum Überlaufen bringt, da fließt Segen, der zum großen Halleluja wird.

Wo erkennen wir uns wieder – wählen wir, oder sehen wir uns als die Erwählten, die dadurch anfangen über sich hinauszuwachsen?

Gott segne dich.
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Besserwisser sind Schlechtermacher

Unsere Hände sind dazu gesegnet, dass sie empfangen und geben, festhalten und loslassen, anpacken und leiten.

„Ich gebiete dir und sage, dass du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist.“

5. Mose 15, 11

Die Liebe spricht mit den Händen, nicht mit dem Mund. Das Evangelium liegt nicht in starken Worten, sondern in offenen Händen für den Nächsten. Wo das Wort in Menschen eingeht und dabei nicht die Hände aufgehen, ist es nicht Evangelium. Dem Nächsten wohlzutun ist immer eine Handlung. Sich verschenken, seine Gaben auszuteilen, dem andern zu seinem Besten dienen, das sind die Wirkungen Gottes. Das ist das Prinzip wie das Leben aufgebaut ist. Schöpfung geschieht, in dem Gott seine Hand auftut. Sein Reden sind gestaltende Hände. Da wird aus Wort Wohl. Offene Hände sind zutiefst das Zeichen des Christentum. Sie empfangen und geben. Durch die offenen Hände versorgt Gott seine Kinder. Der Bettler, der seine offenen Hände Gott hinstreckt, ist unser Werkssymbol. Wir sind die Beschenkten, die zu Schenkenden werden. Wir werden zum Durchfluss, der Handlungen Gottes. Die offenen Hände geben den Hungrigen ihr Brot, heilen die Kranken, schützen die Bedrohten. Mit den offenen Händen tragen wir die Verantwortung für eine wunde Welt. Offene Hände bereichern die Geschlagenen mit Gottes Erbarmen. Da bekommt die Liebe Hände und Füße.

Das Problem liegt im Wissen. Paul Hubschmid sagte: Besserwisser sind Schlechtermacher. Wir wissen wie es geht, jedoch bei den Händen kommt nichts an. Wir sehen die Not des andern, wir bedauern das Schicksal der Flüchtlinge um uns herum, sind aber so beschäftigt mit unseren Aufgaben, dass unsere Hände verschlossen bleiben. Die Hände aufmachen, erfordert zuerst das Herz zu öffnen. Es erfordert, dass ich mich zu dem was ich habe, zusätzlich vom andern noch herausfordern lasse. Die Hände für andere zu öffnen ist Arbeit, bei der es richtig zur Sache geht. Wo eine Gemeinschaft ihre Hände für Asylbewerber öffnet, da ist es nicht damit getan, dass sie ein Dach über dem Kopf und zu Essen haben. Da kommt eine Wulst an Behördengängen auf einen zu und eine nicht zu unterschätzende Betreuungsarbeit. Die Welt lebt nicht von guten Ratschlägen und denen, die genau wissen wie es geht, sondern von denen, die ihre Hände öffnen und für andere zum Segen werden. Glaubende sind Täter. Man erkennt sie an den Händen die handeln. Tätige Hände zeigen die Liebe, die unterwegs ist zum Nächsten. Wer reichlich empfangen hat, sollte nicht zu halten.

Wo stehen wir in der Gefahr, dass unser Glaube nur bei schönen Worten bleibt und nicht mehr die Hände aufgehen läßt?

Gott segne dich.
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Wer Feuer hat, hat auch Hoffnung

Wenn im Nachhinein auf ein Unglück schaut, sieht es mit ganz anderen Augen.

Fürchte Dich nicht vor plötzlichem Schrecken; denn der Herr ist deine Zuversicht.“
Spr. 3, 26+26

Unter diesem Wort stehen bei uns Blumenmönchen Tränen und schwarze Balken. Es war vor 15 Jahren das Losungswort nach dem Tag des Großbrandes. Da liegt ein Lebenswerk, für das du alles eingesetzt hast in Schutt und Asche vor dir, alle Erinnerungen, die dir lieb und wert waren, haben sich in Luft und Rauch aufgelöst und Gott sagt ganz einfach: Fürchte dich nicht. Als wir uns während der Löscharbeiten, bei denen wir sowieso nichts ausrichten konnten, als Gemeinschaft in diesem ablaufenden Chaos, in unserem Blumenhaus uns wieder gesammelt hatten, sprach uns unser damaliger Kurator der Landeskirche dieses Wort zu. Wir alle, völlig fassungslos und völlig durch den Wind, sollen keine Angst vor plötzlichem Schrecken haben. Gerade da, wo du nicht mehr hast, als die paar Kleider, die du auf dem Leib trägst und im Moment nicht weißt, wie die Zukunft aussehen wird. Da wurde neben das verheerende Feuer, das im Augenblick all dein Hab und Gut weggefressen hat und keine anderen Gedanken mehr zuließ, die Zuversicht des Herr gestellt. Sieh gerade jetzt, wo riesige Flammen deine ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, auf deinen Gott, der dich an dieses Werk gestellt hat. Das gehörte mit zur heißesten Lernaufgabe unseres Lebens. Wenn dir die schlimmsten Umstände, innerhalb weniger Stunden alles nehmen, was du hast, ist das kein Grund Angst zu haben. Die Zuversicht gibt in das Chaos das fürchte dich nicht. Das Leben kann alles von dir fordern, doch die Zuversicht gibt dir alles. Durch diese Sicht verwandelt sich Angst in Glaube. Nirgends kann man mehr Glauben lernen, als in den extremsten Situationen des Lebens.

Im Nachhinein, hat das fürchte dich nicht, noch eine ganz andere Tragkraft. Wir erlebten, wie innerhalb eines Jahres alles wieder zum Stehen kam. Wir haben danach bessere Wohnverhältnisse als zuvor. Da erkennt man plötzlich, wie klein die Macht des Schreckens ist. Man empfindet die Angst von damals geradezu lächerlich. Natürlich war der Weg durch den Schrecken hart und unangenehm, doch der Schrecken hat verloren.
Wenn wir die vielen Situationen anschauen, die uns im Leben Angst machen, kann man nur noch von ganzem Herzen aus dieser Zuversicht schöpfen, die dieses fürchte dich nicht zuspricht. Im Schrecken können wir immer den handelnden Gott erkennen. Die Zuversicht sieht auf ganz andere Mächte. Im Glauben ziehen wir das Handeln Gottes in unseren Schrecken. In diesem Augenblick verwandelt sich etwas total. Da sehen wir bereits in den Trümmern wieder das liebevoll wieder aufgerichtete Haus. Wer die Zuversicht kennt, braucht nichts zu fürchten. Gott wird alles herrlich hinausführen, wie es in unserer Werkslosung heißt.

Wenn wir uns fürchten; glauben wir denn, wir müssten den Schrecken selber bekämpfen?

Gott segne dich.
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Was krank macht, gehört entsorgt

Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllt, dazu braucht es immer wieder einen Wachrüttler, der diese durchbricht.

Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam. – Siehe, wir kommen zu dir; denn du bist der Herr, unser Gott.
Jer. 3, 22

Rückrufaktionen kennen wir nicht nur von VW. Gott startet eine Rückrufaktion an sein Volk. Wohlgemerkt nicht an die da draußen, sondern an die eigenen Kinder, an seine fromme Gemeinde, an die, die es eigentlich wissen müssten, wie es geht. Auch im Glauben stehen wir ständig in der Gefahr, dass wir uns verirren, dass die erste Liebe kalt wird, dass wir Lasten mit uns herumschleppen, die wir nicht loslassen. Gott steht auf wie ein alter Arzt in Dettingen, der nicht ganz zimperlich zu einem Patienten sagte: Wenn du so weiterrauchst, wirst du verrecken! Einen Schuss vor den Bug, den brauchen wir manchmal um wach zu werden. Auch in einem frommen Leben schleicht sich vieles ein, das in routinierten Abläufen so vor sich dahindümpelt. Kehrt zurück von eurem Ungehorsam. Da hat das Hören aufgehört. Da ist kein Führen mehr möglich. Da sind wir zu mit eigenen Gedanken. Ungehorsam ist der Geistverlust. Wo die Antennen nicht mehr für das Wort ausgefahren sind, leben wir aus dem was in uns ist. Es ist das Hören verlorengegangen, da kommt nichts mehr an von der befreienden Kraft des Evangelium. In uns wackeln nicht mehr die Wände, die wachrütteln und in Bewegung setzten. Wir empfangen keine Worte mehr, die uns heil machen. Wenn ein Arzt solche deftigen Worte verwendet wie, du wirst verrecken, wenn du nicht das Rauchen sein lässt, dann schreit die Leidenschaft aus ihm heraus, die helfen will aber nicht kann. Umkehren ist das Loslassen von dem, was unseren Glauben zugrunde richtet. Es ist die Rückbesinnung, die Infragestellung von dem was ich gerade mache, ob das wirklich meinem Heil und dem Leben dient.

Gerade der Glaubende lebt vom ständigen zurückkommen. Wo körperliche Schäden auftreten, gehört die Zigarette in den Müll und nicht in den Mund. Wo uns die Freude an unserem Auftrag und Dienst verloren gegangen ist, müssen wir vielleicht eigene oder fremde Schuld loslassen und uns durch Vergeben befreien. Was belasten wir uns mit den Fehlern anderer, die wir nie beeinflussen können. Da wird nachgetragen und aufgerechnet, dass irgendwann kein Miteinander mehr möglich ist. Da steckt ein Dauerkloß im Hals, der uns irgendwann ersticken lässt. Kehr um heißt loslassen. Kehrt um heißt für sich die Vergebung in Anspruch nehmen. Wir brauchen den anderen nicht erziehen, der sich gar nicht erziehen lässt, wir brauchen uns nur von dem Druck befreien. Wo ich anfange zu vergeben, löse ich mich vom Verhalten anderer. Vergebung macht unabhängig von positiven oder negativen Reaktionen. Wo wir umkehren, werden wir frei, dass in einem belasteten Leben wieder die Freude einziehen kann.

Wo müssen wir umdenken, wo zurückkehren, dass sie die ganze Kraft des Evangeliums an uns entfalten kann?

Gott segne dich.
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Der große Wille zum Guten

Alles was uns widerfährt, muss uns zum Besten dienen.

„Es ist der Herr; er tue, was ihm wohlgefällt.“
1. Sam. 3, 18

Welch eine Hingabe liegt in diesem Satz. Auch wenn wir regelmäßig im Vater unser das Gebet sprechen, dein Wille geschehe, fällt es uns schwer, die bitteren Tage unseres Lebens zu akzeptieren. Wenn ein schwerer Leidensweg durch eine Krankheit beginnt, wenn ein Unglück das ganze Leben von einer Minute auf die andere auf den Kopf stellt, bleibt ganz schnell nicht mehr viel übrig von dem, es ist der Herr; er tue, was ihm wohlgefällt. Wir verbinden Wohlgefallen leicht mit den angenehmen Dingen des Lebens. Doch wenn Gottes Wohl beginnt, fängt der Genesungsprozess des Glaubens an. Da wird der Schmerz zu einem heiligen Engel, der uns Gott näher bringt. Wo Gottes Wille geschieht, hat er das ganze Heil des Menschen vor Augen. Wo der Herr tut, was ihm gefällt, sind das eher die Dinge, die uns nicht gefallen. Doch in diesem scheinbaren Widerspruch, wird die Erde umgegraben und ein Samenkorn des Glaubens gestreut. Wo Gott uns zum Besten führt, was wir als Mensch sein können, muss er den natürlichen Menschen von Grund auf umbauen. So wie sich ein Athlet das Ziel setzt, Weltmeister im 1.000m Lauf zu werden, ist das der radikalste Eingriff in sein Leben. Da werden von der Ernährung, bis zur Zeiteinteilung harte Einschnitte gemacht, da wird bis zur Unerträglichkeit an die Schmerzgrenze trainiert, da findet eine totale Fokussierung auf dieses eine Ziel statt. Er sagt sich dann nur noch: es ist der Schmerz, der mich zum Champion macht. Wenn Gott bei Menschen Glauben wachsen lassen will, dann dienen alle Bearbeitungsschritte des Lebens dazu. Dann können wir das Vertrauen, das entstehen soll, nicht mehr vom Schicksal lösen.

Der Wille Gottes führt Christus ans Kreuz. Darin liegt das Wohlgefallen. Es ist der Herr, der Leidenswege nicht nur zulässt, sondern führt. Um Glauben zu wecken, muss der Weg über unseren Nullpunkt führen. Die Lasten des Lebens haben nie den Sinn, uns zur Strecke zu bringen, sondern zum Besten zu führen. Gerade in dem Schweren, soll ein unendliches Vertrauen wachsen. Da will Gott zu unserem Gott werden. Belastetes, unerträgliches Miteinander ist nicht Zerstörung, sondern dahinter steht das Wohlwollen. In allem geht es um unsere Reife, um unseren Glauben. Alles was wir durchmachen, dient einer gesunden Entwicklung. Es wäre töricht, Gott darüber zu verteufeln und anzuklagen. Wo wir nicht den Herrn in unserem Kreuz erkennen, wird es uns nicht zum Wohlwollen. Da können wir nur noch verzweifeln und in der Klapsmühle enden. Das ist der haarscharfe Grat zwischen Glauben und Unglauben. Wo Gottes Wille geschieht, muss an einem Kindergrab der Glaube wachsen.

Wenn uns alles zum Besten dient, warum sollten wir dann nicht glauben, dass es der Herr ist?

Gott segne dich.
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Bereit, sich bearbeiten zu lassen

Neue Erkenntnisse im Denken zuzulassen, steht auf der Beliebtheitsskala vieler Menschen zwischen Zahnarzt und Durchfall.

Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, Herr, bist mein Gott!
Jer. 31, 18

Der Prophet steht an einem der wichtigsten Punkte seines Lebens. Er erkennt: Mein Denken ist verkehrt. Das was Gott mit mir vor hat, bin ich nicht und kann ich nicht. Jemand der sagt, du bist mein Gott, erkennt unweigerlich seine eigene Ohnmacht. Wer Gott erkennt, erkennt sich in seinem anders wollen als er. Gotteserkenntnis ist gleichzeitig Sündenerkenntnis. Sich jedoch in seinem anders wollen entdecken, heißt, ich erkenne meine Gedanken, meine Lebensausrichtung auf einem verkehrten Dampfer. Ich muss mir eingestehen, jeden Tag neu das falsche Pferd gesattelt zu haben. Gott zu erkennen bedeutet, ich gehe in Konfrontation zu mir selbst. Ich muss mein Denken, Fühlen und Handeln infrage stellen. Da kommt jeder Gedanke, jede Lieblosigkeit auf den Prüfstein. In diesem Moment spüre ich meiner eigenen Kälte nach und der Unfähigkeit grenzenlos zu lieben. Ich erkenne mich darin, wie schwer ist mir fällt zu vergeben und neuen Mut zu wagen. Ich erkenne mich an meinem eigenen Abgrund, dass bei allem, was ich Gutes will, so wenig davon im richtigen Leben ankommt. In der Sündenerkenntnis entdeckt der Mensch seine Gottesbedürfigkeit. Da muss er sich eingestehen, ich kann das Göttliche in mir nicht bewirken. Diese Umkehr muss Gott selber wirken. Der Anfang eines Neudenkens beginnt immer mit: Bekehre du mich, so bin ich dann überhaupt in der Lage neues Denken und neue Handlungen zu entwickeln. Nicht ich bekehre mich, sondern Gott bekehrt mich. Erst wo der Geist mich in der Tiefe erfasst, kann eine Umkehr stattfinden. Du bist mein Gott, ist der Auslöser für alle Erneuerung.

Wo die Liebe zu Gott am Anfang steht, können wir uns in unserem verkehrten Denken ertragen. Die Liebe zu Gott ist der Grund, dass wir für einen großen Umbauprozess bereit werden. Diese Liebe nimmt uns die Angst, vor den Veränderungen, die nun beginnen. Veränderungen sind nicht jedermanns Sache. Es ist ein Aufbruch ins Unbekannte, wo wir lieber gerne im Gewohnten und Vertrauten bleiben. Umbrüche sind mit Schmerzen verbunden, weil Alte weg muss, damit Neues Platz hat. Bekehren ist ein totaler Umbruch meiner Persönlichkeit. Da nimmt Gott das Schnitzmesser in die Hand und bearbeitet den Holzklotz. Wo wir uns dann zu ihm bekehren, ist das ein bereit werden für diese Veränderungen, die nun an uns geschehen. Wir lassen die Schläge zu, die Holzsplitter, die nun wegspritzen, um Stück um Stück zu der Skulptur zu werden, die einem großen Meister vorschwebt. Es geht jeden Tag neu um diese innere Bereitschaft, uns zu dem zu kehren, der uns zu etwas Großartigem bearbeiten möchte.

Ist die Angst vor der Umkehr nicht der Anfang, dass wir als unbearbeiteter Holzklotz in der Ecke verstauben und dadurch unser Leben vergeuden?

Gott segne dich.
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