Du bist betörender Duft

Kor. 6, 12-15

Die Rose

Liebe ist, wie wildes Wasser

Das sich durch Felsen zwängt

Liebe ist, so wie ein Messer

Das dir im Herzen brennt

Sie ist süß und sie ist bitter

Ein Sturmwind und ein Hauch

Für mich ist sie eine Rose

Für dich ein Dornenstrauch

Doch vergiss‘, nicht den Zweig dort

Der beinah‘ im Schnee erfror

Blüht im Frühjahr eine Rose

So schön wie nie zuvor (Amanda McBroom)

Für die einen verkörpern Rosen Poesie, Sinnlichkeit, atemberaubende Schönheit und Symbol der Liebe, für den Blumenhandel sind sie Bundware, klassifiziert nach Länge, Gewicht und Reifegrad.

Wie klassifizieren wir einen Menschen in seiner wahren Bedeutung? Lassen wir uns mitnehmen in eine kleine Wertsteigerung, für das bisher gewohnte.

1. 54 gr & 70 cm

Es ist alles erlaubt«, sagt ihr. Das mag stimmen, aber es ist nicht alles gut. Ihr schreibt: »Das Essen ist für den Bauch, und der Bauch für das Essen. Das ist schon richtig. Aber es bedeutet nicht, dass Gott uns den Körper gab, damit wir sexuell unmoralisch leben!

Ein Liebhaber, der seiner Angebeteten eine langstielige rote Rose kauft, möchte nicht 70cm grünen Stiel mit Blättern und oben einer roten Knospe drauf, die aus hunderten Einzelblütenblättern besteht. Seine 3,50 € investiert er für die Magie, die von dieser Rose ausgeht. Ihn interessiert auch nicht, ob diese Blüte in 10 Tagen wieder verblüht, sondern es zählt der jetzige Moment, der für zwei Menschen das Leben verändert.

Wir selbst identifizieren uns jedoch ständig mit unserem Körper. Wir betrachten uns wie der Rosenhändler seine Ware, die ihm zum Lebensunterhalt dient. Wir haben einen Körper, also sind wir der Körper. Jedoch bei unserem Auto gelingt uns die Unterscheidung besser. Da geht jeder in die Garage und sagt: Ich habe ein Auto, mit dem ich jetzt von Dettingen nach Stuttgart fahre. Keiner würde sagen: Ich bin das Auto, weil es selbstverständlich einem Zweck dient. Ich gebe diesem Fahrzeug den richtigen Sprit, Öl, dass es mich optimal von A nach B bringt. Bei unserem Körper verfallen wir oft lebenslänglich der Illusion, wir sind dieser Körper, ohne zu erkennen, dass darin viel Größeres lebt.

   „Wer sich mit seinem Körper identifiziert, sieht auch andere mit ihren Körpern, schreibt Simon Bartholomé. Das Bild, das wir von uns selbst haben, übertragen wir auf die Menschen, denen wir begegnen. Das ist ein fiktives Bild, das niemals den wahren Wesenskern des Gegenübers erfasst. So sehen wir unser Gegenüber, durch den Schleier unserer Gedanken, welche durch unsere Vergangenheit geprägt, immer voreingenommen sind. Wir sind dadurch nicht in der Lage, das Wunder des Seins zu erkennen, das in jedem Menschen verborgen ist – das Wunder, das jeder Mensch ist.“ Unser Körper ist das wertvollste Geschenk von Gott, in dem er sich selbst in uns offenbaren will.

Wir dürfen nun in das größte Geheimnis unseres Daseins eintauchen.

2. Deine wahre Schönheit

Vielmehr wurde unser Körper zum Dienst für den Herrn geschaffen. Deshalb ist es Gott nicht gleichgültig, wie wir damit umgehen.

Der eigentliche Wert der Rose liegt in ihrer unorganischen Bedeutung. Es ist ihr Sinn, nicht ihre Substanz. Sie ist für die Freude, Liebe, Freundschaft, Hingabe und mehr gewachsen. Für diesen edlen Zweck wird sie gezüchtet, blüht sie auf und landet dann auf dem Kompost. Der Mensch wird geboren, entwickelt sich bis zum Altwerden und tritt dann wieder von dieser Bühne ab.

Für diesen Prozess investieren wir unsere ganze Kraft, ohne irgendwann mal die Frage zu stellen: Wem dient diese Blüte, die ich bin? Für wen oder was gehe ich über diese Erde?

Sobald ich mich selbst erkenne, erkenne ich Gott, der meinem Leben eine Bedeutung gegeben hat. Ich werde wie Maria zum Gefäß des Schöpfers: „Mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Ich bringe Christus zur Welt. Damit offenbart sich der Lebenszweck. Ich lebe nicht für mich selbst, sondern mein Selbst wird zu Gott, der dieser Welt dient. Ich bin für die Co-Kreation des Himmels mit der Erde geschaffen. Mein Körper dient dem Ewigen.

Um dem Wert meines Körpers nachzuspüren, werden wir ermutigt, unsere Duftnote nicht mit unserer Substanz zu verwechseln. Wir sind eingeladen auf die Stimme in uns zu lauschen, die genau weiß, für was wir gedacht sind. Wo wir dem stillhalten, was in uns leben will, öffnen wir uns der Gottesoffenbarung in uns. Damit steigt die Hochachtung vor dem Heiligen, das in diesen Körper wohnt. Er atmet die Wertschätzung ein, dass er der Tempel Gottes ist.

Wer sein Heiliges Blechle pflegt und schätzt, der schüttet kein Bacardi-Cola in den Tank. Er wird sich auch hüten, ein Isolierband über die Ölkontrolllampe zu kleben, wenn sie aufblinkt. Deine wahre Schönheit erkennst du, wenn du deinen heiligen Zweck erkennst. Damit ergibt sich die Körperpflege von selbst. Da liebe ich den Körper, der mir geschenkt ist. Ich versorge ihn mit dem Besten, um ein gut funktionierendes Werkzeug zu sein. Da achte ich darauf, was ich esse, was ich trinke, wie ich mich bewege, wie ich meine Gedanken lenke, um der Lebendigkeit, dem Leben und der Hoffnung zu dienen.

3. Inspiriere lustvoll

Mir ist alles erlaubt, aber ich will mich nicht von irgendetwas beherrschen lassen.  Denn Gott wird uns durch seine Kraft vom Tod zum ewigen Leben auferwecken, so wie er Christus, den Herrn, auferweckt hat.

Wo du dich nicht als deinen Körper begreifst, sondern als die Gabe Gottes für die Menschheit, beginnt das große Erwachen. Du identifizierst dich nicht mehr mit dir, mit deiner Form, sondern wirst zur Vision Gottes, die er für das Leben hat. Wo wir uns über unseren Leib definieren, sind wir auf der Ebene des sterblichen Lebens. Wo wir aufstehen und erwachen, lebt in uns der Geist von Christus, der aus dem Leibe dieses Todes erlöst hat.

Ja, uns ist alles erlaubt, wir können unser Dasein auf der rein materiellen Ebene begreifen und gestalten. Wir können genießen und unser Schäfchen ins Trockene bringen, doch das nächste Hochwasser, stürzt dieses Dasein in die puren Existenznöte. Wenn wir von Christus auferweckt sind, können uns die rein körperlichen Belange nicht mehr beherrschen. Da kann ich mit viel oder wenig leben. Da erlauben wir uns, Inspiration zu sein. Da werden die Schritte, die wir heute gehen, die Zukunft der Menschen verändern. Damit steht mein Leben unter der ewigen Perspektive Gottes, und wird für viele heilsame Wege aufzeigen. Da trägst du und ich zur Lösung der Probleme auf dieser Welt bei.

Wie wäre es, wenn du dazu erwachst und mit Freuden das machst, wozu du gedacht bist und deine Gaben in die Waagschale wirst? Du gehörst zu dem ewigen Netzwerk des Lebens, das dich erschaffen hat, um genau in dem Design, in dem du bist, mit deinen Fähigkeiten und Erfahrungen, in dieser Welt Lichter anzuzünden. Entdecke dich als einen heiligen Wegbereiter, der ab jetzt Part der Lösung ist. Stell dir vor, wie du morgen aufwachst und nicht nur für dich lebst, sondern für alle kommenden Generationen. Du bist die Inspiration für die wahre Schönheit der Menschen in eine unvergängliche, erfüllte Zukunft.

Welches Problem will Gott mit mir lösen? Erlebe dich in deinen Körper und sieh, welchem Erwachen er dienen soll. Weil diese Zukunft Gottes in dir lebt, will sich deine Duftmarke in die Welt verströmen. Was wir bisher an Gutem und Schweren erlebt haben, sind die Schätze, die alles Leben aufatmen lässt. Wir sind eingeladen mit unserem ganzen Leib und Leben den Geist Christi zu versprühen. Spüre deinen Körper und nehme den nächsten Atemzug ganz bewusst in dem Gefühl, dass du nicht nur für dich atmest, sondern betörender Duft für alle Menschen bist.

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