Sei Erster

Matth. 20, 1-16


Inzwischen ist es so, dass sich die Unternehmen beim Mitarbeiter bewerben müssen. Keiner steht mehr auf den Marktplatz und lässt sich vom nächstbesten anheuern. Zukünftige Mitarbeiter vergleichen, haben schon längst auf einem Bewertungsportal nachgeschaut, welche Vorzüge das Unternehmen bietet. Stimmt die Entlohnung? Wie sieht es mit flexibler Arbeitszeit und der Work-Life-Balance aus? Habe ich Aufstiegsmöglichkeiten und auch einen Kitaplatz für meinen Sprössling? Wie ist die Arbeitsatmosphäre und wie das Vorgesetztenverhalten? Schaut man eine aktuelle Bewertung eines Mitarbeiters von Mercedes Sindelfingen an, hört sich das so an: Nicht zufrieden, zu weit, schlechte Kollegen, Chefs etc…. schlechte Arbeitsbedingungen. Note: 2,54 von möglichen 5

Würde unser heutiger Winzer eine Bewertung bekommen, ginge das bestimmt in die Richtung: Ungerechte Entlohnung, irriges Arbeitszeitmodel, Ausnutzung qualifizierter Fachkräfte, angespanntes Betriebsklima, mit einer Note bei 0,5.

  1. Vergleichen macht arm

Als sie den Silberling empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn: Die Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Siehst du darum scheel, weil ich so gütig bin?

Heißer Dialog bei der Lohnauszahlung. Ein gefundenes Fressen für die Gewerkschaft. Himmelschreiende Ungerechtigkeit löst eine Revolution aus. Diese Entlohnung gehört vor den Betriebsrat. Für 8 Stunden Arbeit das gleiche Geld, wie für eine, da rebelliert sogar die Putzfrau. Wer sich da nicht ausgenutzt vorkommt hat kein Ehrgefühl im Leib. Ein klares Signal dafür, dass der, der viel arbeitet, der Depp ist. Ganz nach der Devise: Mit den Dummen treibt man die Welt um. Lieber Gott, ich habe schon immer gewusst, dass du ein strenger und ungerechter Herr bist. Bei den Methoden ist es kein Wunder, dass das Fromme baden geht. Jeder klardenkende Mensch macht solch einen Wahnsinn nicht mit. Gott, das ist doch nicht mehr logisch, wie du mit den Leuten umgehst, da suche dir lieber andere Hampel für dein Geschäft. Bei Gottes Entlohnung kocht die rationale Menschenseele. Das hat mit allem, aber nicht mit Wertschätzung zu tun, die das Minimum für gute Arbeitsmoral ist. Normal bekommt der, der voll arbeitet noch eine Sonderzulage – Hitzezuschlag, kostenlose Getränke und nachmittags um drei eine fette Portion Eis.

Doch Gott dreht den Spieß um. Er braucht keinen Rechtsanwalt, um sein Entlohnungssystem zu zerpflücken. Was guckst du so schief, weil ich so gütig bin? Dem größten Miesepeter rechnet er vor, was der Silbergroschen bei ihm für einen Wert hat. Mensch Peter, du bist mit deiner 8 Stunden Entlohnung weit überbezahlt. Wenn ich zahle, hast du ausgesorgt. Da musst du am Monatsende nicht mühsam die Reste zusammenkratzen.

Zahltag ist bei mir Christus-Tag. Da bekommst du mein Bestes. Damit bist du ein gemachter Mann. Was ich dir gebe ist ein heiliger Lohn, mit dem du ein ewiges Vermächtnis bekommst. Verdrehst du deshalb die Augen, weil dir jetzt das zukommt, was mir gehört? Schielst du, weil dein Konto solch hohe Beträge nicht mehr verbuchen kann? Du bist deshalb arm, weil dir dein Verstand einen Streich spielt. Nimm was du bekommst und du wirst reicher sein als alle anderen.

2. Vergleichen macht reich

Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist?

Wer mit der Gnade des Allerhöchsten ausbezahlt wird, liegt an der Leistungsobergrenze. Das Vergütungsprinzip funktioniert genau entgegengesetzt zu dem, was auf dem üblichen Abrechnungszettel steht. Nicht meine Stundenleistung wird vergütet, sondern mein Dabeisein. Die erbrachte Leistung liegt einzig beim Unternehmer. Allein meine willige Arbeit, löst Sonderzahlungen aus. Nicht Geld für geleistete Arbeit, sondern dafür, dass ich mich habe anheuern lassen. Die Höhe an Auszahlung liegt nicht an meiner Qualifikation, sondern in der des Chefs. Wer Christus ausbezahlt bekommt, wird zum Christusträger.

Der große Zahltag war Weihnachten. Da wird in dem kleinen menschlichen Körper im Stall von Bethlehem, das unglaubliche Christusbewusstsein für die Welt ausbezahlt. Mit der Auszahlung des Christus wird Gott in jedem Teilchen der Schöpfung präsent. Ist es nicht ein Wunder, wie sich der mächtige Baum aus dem winzigen Samen entwickelt? Ist es nicht verrückt, wie zahllose Welten im unendlichen Raum ihre Bahn ziehen und durch die präzise Einstellung universaler Kräfte einen sinnreichen kosmischen Tanz aufführen? Ein ungemein komplexer menschlicher Körper, wurde aus einer einzigen mikroskopisch kleinen Zelle geschaffen und wird durch eine unsichtbare Kraft erhalten, geheilt und belebt. In jedem Atom wirkt Gott unaufhörlich Wunder, die der begriffsstutzige Mensch für selbstverständlich hält.

Der Lohn ist Christus, der sich in allem materiellen, menschlichen Geist offenbaren will. Gott will seine bedingungslose Gegenwart in allem, seinen Arbeitern ausbezahlen.

3. Ohne Vergleich

Er antwortete: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.

Mein Freund, wenn ich dir das gebe, was du verdient hast, wirst du weiterhin ein jämmerliches Dasein fristen. Dein Verstand wird dich auch in Zukunft blockieren, dass du dir ständig Sorgen um dein Alltägliches machen musst. Eigentlich habe ich dir die volle Freiheit von deinem ängstlichen, kleinkarierten Denken versprochen, doch du legst dich selbst in Ketten deiner irdischen Auffassungen. Das Problem was du mir vorträgst bist du selbst.

Du, wir hatten eigentlich etwas völlig anderes ausgemacht, als du bei mir eingestiegen bist, warum gehst du hinter unsere Abmachungen zurück? Eine peinliche Frage an Glaubende, die das Jammern anfangen. Unser Rechtsempfinden blockiert das Durchbrechen in die Unendlichkeit. Alles materielle Rechnen wird an der Erdkruste stecken bleiben. Wo das Ich, wo die Forderungen vorrangig sind, verschließen wir selbst die Christuswirkungen. Lege das Vergleichen ab, es wird dich sonst in deine größte Not stürzen.

 Nimm, das was dein ist, und geh!

Welch eine Macht, in diesem bescheidenen Satz. Wo ich mich selbst loslasse, gibt es viel Platz für den Geist. Wo ich das nehme, was Gott ausbezahlt, fängt die unendliche Welt an in mir lebendig zu werden. Gerade dort wo ich meine, mein Einsatz lohnt sich nicht, ich werde zu schlecht bezahlt, für das was ich bringe, es geht ja wirtschaftlich und gesundheitlich unten durch, will sich Welt Gottes erschließen.

Er will uns für sein Bezahlungssystem heiß machen. Er will uns den Wert seines Lohnes verdeutlichen. Wir sollen die angebotene Entlohnung ausschöpfen. Wir haben kein Entlohnungsproblem, sondern ein Empfängerproblem. Darum – nimm, was dein ist, und geh! Mit dem was wir bekommen, ist noch jede Menge Luft nach oben.

Sei Erster beim Christus-Zahltag, dann wird die Mitarbeiterbewertung auf fünf Sterne hochschnellen.

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