Wage den Übergriff

Hiob 14, 1-6 (HfA)

Die meisten Menschen denken von Natur aus in der Vergangenheit, denn wir benutzen die Hardware und die Softwareprogramme unserer Erinnerungen an die Vergangenheit. Wenn unsere Umwelt steuert, wie wir tagtäglich Denken und Fühlen, dann erfordert Veränderung, dass etwas an uns stärker ist als gegenwärtige Umstände.  Wenn Gefühle derart unser Denken bestimmen, wenn wir nicht über unsere Gefühle hinausdenken können, dann stecken wir im Programm. Wir denken, was wir fühlen, und wir fühlen, was wir denken. Wir sitzen in dieser Schleife fest, und der Körper glaubt tatsächlich, er durchlebe dieselbe vergangene Erfahrung rund um die Uhr immer wieder – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Wir können in keine neue Zukunft kommen, solange wir uns an die Vergangenheit klammern.

das sagt Dr. Dispenza, Chiropraktiker/Neurologe

Hiob macht gewaltige Entdeckungen, wie man in schrecklichen Umständen ein neues Denken entwickelt und sich in Richtung Zukunft aufmacht.

  1. Exakt getaktet

die Dauer seines Lebens hast du festgelegt

Nichts ist Zufall. Hinter dieser Erde steht ein Plan, eine absolut bedeutungsvolle Absicht. Gott schafft einen Lebensraum mit Anfang und Ende. Er versetzt die Welt in Schwingung und gibt ihr einen Rhythmus von Tag und Nacht. Nach diesem Takt ticken die Uhren dieser Welt, weil sie kosmischen Zusammenhängen folgen. Es sind die Jahreszeiten, die wir erleben, weil die Erde die Sonne auf einer exakt berechneten Bahn umkreist. Wenn ein Baby heranwächst, war die Trefferwahrscheinlichkeit einer Befruchtung, weit geringer als ein Lottogewinn. Hinter solch einem Zufall liegt bewusste Schöpfung. Dass sich gerade meine Eltern unter sieben Milliarden Menschen auf diesem Planenten begegnet und ich daraus entstanden bin, ist ein reines Wunder. Alles in der Schöpfung hat seinen präzisen, ausgewählten Platz, eine Aufgabe und Bestimmung.

Wer solche Zusammenhänge entdeckt, für den ist kein Augenblick mehr ohne Bedeutung. Da ist nicht nur das Leben an sich sinnvoll, sondern alles was sich ereignet, egal ob angenehm oder tragisch. Eine 23° Grad schiefe Erdachse, scheint so etwas von nebensächlich, dass man sagen könnte, es juckt doch niemand ob die Achse gerade oder schräg steht. Doch genau diese Pingeligkeit, regelt ob wir im Schnee ersticken oder in der Hitze verschmachten. Wo Leben für die Dauer von 50 bis 90 Jahren festgelegt ist, kann keiner mehr sagen, Glück oder Pech gehabt. Jede Sekunde, die unser Puls schlägt, ist nicht in erster Linie die Frage der Ernährung und der Bewegung, die wir dem Körper gönnen, sondern ist Atem Gottes, der die Welt bewegt. Die Höhen und Tiefen meines Lebens machen den aus, der ich bin. Unsere Geschichte mit den verkohlten Balken und den Glasscherben gehören zu uns.

Hiob ahnt etwas von dem, dass genau in dem Übel, das gerade über ihn herunterprasselt, eine geheimnisvolle Gottesoffenbarung liegt. Alles Unglück, der Ruin von Familie und Existenz, ist von höchster Bedeutung.

  1. In Grenzen gefangen

4 Du musst doch wissen, dass aus Unreinheit nichts Reines entsteht

Wo die Zeit eine Dauer hat, steht sie für Kommen und Gehen. Uhren ticken für die Vergänglichkeit. So lange der Sekundenzeiger tickt, ist wieder ein Augenblick vorbei. Auf der Erde begleitet uns Verwesungsduft. Zeit ist der Raum des schuldig Werdens. Was aus Erde ist, hat den Hang wieder zu Erde zu werden. Der Körper verbraucht sich, die Beziehungen werden marode, selbst Glaube stumpft ab.

Wir alle wissen wie mühsam das alt werden ist. Plötzlich tragen große Persönlichkeiten wundersame Kleider. Vertraute Menschen werden uns zu Fremden. Verbrauchte Leiber beginnen unter Schmerzen zu schreien. Sanftmütige Partner können Raufbolden werden. Die gefallene Welt muss Schicksale gebären. Solange Zeit ist, ist Sterben normal.

Ob wir sagen, es ist eine gute oder böse Zeit, der Inhalt von Zeit besteht aus Erde. Aus der Nummer des schuldig-Werdens kommen wir nicht heraus. Was in der Zeit geboren wird, muss mit dem aufgelöst werden leben. Die Zeit an sich, ist ein hoffnungsloser Fall. Alles Mühen um Bodenständigkeit, kann nicht aus dem Boden kommen, der einmal zum Grab wird. Aus dem reinen Menschsein kann nichts Gutes kommen, vor allem nichts was bleibt.

  1. Überschreite die Grenze

6 So schau jetzt weg von ihm, damit er Ruhe hat und seines Lebens noch froh wird.3 Und doch verlierst du ihn nicht aus den Augen und stellst ihn vor dein Gericht!

Hiobs Motto: „Lieber Gott, schau mir doch nicht andauernd auf die Finger, da kommt sowieso nichts Gutes dabei heraus. Was erwartest du Großes, Edles und gar Ewiges von einem, auf dessen Bauch einmal nur die Ewige Liebe blühen wird?“

Im Auskosten von Zeit, erkennt Hiob die Zeit ohne Sekundenzeiger. Da gibt es die Zeit und die Unzeit. Um den Zeitrahmen gibt es ein davor und dahinter. Das bisschen Zeit liegt wie in einer Wiege in der Endlosigkeit von Zeit und Raum. Zeit ist vom Ewigen gespeist, durchdrungen, umhüllt. Wo Hiob nach Gottes Gericht schreit, durchbricht er die Zeit in Richtung Gottes Zeit. Er ringt um Unvergänglichkeit und schreit nach Erlösung.

Das Gericht der Erde ist das Grab, das Gericht Gottes ist Christus. In Christus ist der Zwang der Vergänglichkeit aufgelöst. Mit ihm beginnt in der Zeit die Gottes Zeit. Das ist die revolutionäre Botschaft in eine vergängliche Welt. Mit Christus treten wir in den endlosen Raum ein, in dem Schöpfung geschmiedet wird. Es ist der Raum, der völlig mit Gott gefüllt ist. Christus ist der heiße Draht zur ewigen Welt. Mit ihm leben wir im Darüber hinaus. Endlose Zeit ist für uns reelle Gegenwart. Mit Christus leben wir in beiden Welten.

Da fängt es für den Glauben an richtig prickelnd und spannend zu werden. Da wirken unsterblichen Kräfte in das Sterbliche. Es entfaltet sich das gesamte christliche Heilswirken. Ich ergreife alle Möglichkeiten Gottes. Wo Gott das Leiden Christi zum Durchbruch in seine Welt geschaffen hat, kann unser Leiden unser Durchbruch zum Allerheiligsten werden. Da kann unser Schmerz zur größten Inspiration aus dem Ewigen werden. Wo die Sterblichkeit nach Erlösung greift, bekommt die schlimmste Tragik schöpferische Hoffnung. Da entfaltet sich kreative Fantasie im Dahinraffen. Die Hoffnung greift in die Zukunft, mit der Gott in seinem unendlichen Raum spielt, auch wo keine menschliche Hoffnung da ist. In der totalen Verzweiflung manifestiert sich die ewige Schaffenskraft. Damit steht jede Krise unter einem anderen Stern. Die Katastrophe hat den einen Sinn, im Glauben meinen Anker in die andere Welt zu werfen.

Die Zeit ist uns gegeben, um sie von der Zeitlosigkeit durchfluten zu lassen. Wir haben keinen Grund irgendwelche Zeiten zu beklagen, sondern sind dazu aufgerufen, das darüber hinaus im jetzt Gestalt werden zu lassen. Wir wiederholen nicht tagtäglich unsere sterbliche Gegenwart, sondern ziehen mit Christus das komplette Heilswirken in alles zeitliche Unheil. Wo wir nicht genug Zeit haben, konzentrieren wir uns zu sehr auf das Zeitliche und geben dem Ewigen noch zu wenig Gestaltungskraft.

Mit diesem Übergriff in die andere Welt, verändert sich unser ganzes Leben und unsere Welt. Nehmen wir unsere Krise zum Anlass, den Übergriff zu wagen.

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