Sei unverschämt

Joh. 16, 23-24

Was war das für eine bahnbrechende Revolution, als 2007 das IPhone weltweit das andere Telefonieren auf den Markt brachte. Mobil zu telefonieren war schon eine Klasse für sich, doch was die kleinen Smartphones plötzlich alles konnten, das raubt einem den Verstand. Eine Multi-Media-Plattform, die keine Wünsche offenließ. Dieses kleine Ding kannte den Weg von Dettingen nach Alicante im Westen von Spanien und navigierte durch die U-Bahn-Stationen von Barcelona. Nebenbei drehte es Filme und macht hochaufgelöste Bilder und legte stehts die Arbeitspläne und Rechnungen vom Blumenhaus auf den Tisch. Telefonieren konnte man natürlich auch.

Von einem derartigen Quantensprung spricht unser heutiger Text.

1. Alles ist brechend voll

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben.

Jesus verkauft seinen Jüngern, Glauben mit Mehrwert. Liebe Leute, ihr habt ein Werkzeug in euren Händen, da schlackern euch die Ohren. Er macht hier ein größenwahnsinniges Fass auf. Ihr bittet und dann bekommt ihrs. Was ist das für ein verrücktes Versprechen? Ist das das alte Wunschkonzert, sie wünschen wir spielen? Der Mensch bittet und Gott gibt. Quasi der Mensch wünscht und Gott erfüllt. Kann das wirklich sein, dass das so abläuft?

Doch Jesus hämmert seinen Jüngern regelrecht ein, aus den Vollen zu schöpfen. Zusammen mit einer mathematischen Formel macht er ihnen ihre Vollmacht klar. Wahrlich, wahrlich, es ist so wie ich euch sage. Wenn ihr euch auf mich bezieht, geschieht Unglaubliches. Die Wenn/Dann-Funktion ist der Zugang zur Schatzkammer der Schöpfung. Mein Name schließt die Türen des Himmels und der Erde auf. Bezieht euch auf den Namen: Kraft, Held, ewig Vater, Friedefürst. Es ist der Name, der am Anfang war und am Ende sein wird. Der Name, der Weg, Wahrheit und Leben ist. Es ist der Name, mit dem der Auferstandene, den Tod ausgelöscht hat. Wo dieser Name im Spiel ist, platzt die Schöpfung aus den Nähten. In diesem Namen liegt die Realpräsenz Gottes, die eine geschlagene Menschheit zur Vollendung führt. In diesem Namen liegt das Entstehen von Herrlichkeit. Da wird Unheiliges heilig. Da wird alles ausgeschöpft, was Gott ist und hat. Da wird gesprochen, es werde und es ward. In diesem Namen vollzieht sich Wille Gottes.

Um so zu bitten, muss Glaube erst den wahren Christus begreifen. Der Christus, der unser Heil will, ist nicht der Christus, der uns einfach das Krebsgeschwür wegnimmt, das gerade unserem Heil dient. Wo unser Wille über dem Gotteswillen steht, kann es keine Erfüllung geben. Es geht um das Urvertrauen, des in Gott Ruhens, des in Gott zuhause Seins. Dieses Vertrauen ist Voraussetzung unserer Vollmacht, und Unerschütterlichkeit.  Vollmacht ist, in der Sicht Gottes aufzugehen. In dieser Sicht haben wir die Vollmacht, ohne Ende zu schöpfen.

Christus macht klar, dass unser Leben ein heiliges Instrument ist, das zu viel mehr in der Lage ist, als wir das für möglich halten.

2. Sei nicht bescheiden

Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen.

Welch schockierende und traurige Bilanz. Jesus konfrontiert nicht irgendwelche Fremde, sondern die Seinen. Und sagt damit, Ihr lebt völlig unter eurem Level. Ihr wisst weder wer ihr seid noch wer ich bin. Ihr kennt noch gar nicht den Wert eures Lebens und mit welchem Potenzial ihr ausgestattet seid. Ihr verhaltet euch wie ein altes Schnurtelefon mit Wählscheibe und vergeudet das Eigentliche, was in euch steckt.

Warum so bescheiden?

Warum die unglückliche Zurückhaltung?

Warum bittet ihr nicht in meinem Namen?

Ihr habt mich um nichts gebeten ist die Gretchenfrage: Wie hältst du´s mit dem Glauben, sprich? Wo keine Wunder geschehen, liegt es am Glauben der ach so Bescheidenen. Da scheint in der christlichen Erziehung, so einiges danebengegangen zu sein. Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet, weil ihr nicht das an euch reißt, was euch in die Hände gelegt ist. Ist das der Untergang der Kirche, die in den nächsten 30 Jahren auf die Hälfte ihrer Mitglieder schrumpfen soll? Sind das diejenigen, die sich nicht getrauen ihre Vollmacht in die Hand zu nehmen und lebensverändernd in die Welt hineinzuwirken?

Hier sitzt ein Übel der Glaubenden. Sie wissen nicht, oder haben es vergessen, wer sie sind. Zurückhaltung, Vorsicht, geziemter Anstand hat nichts mit Glauben zu tun. Ihr habt das Zeug, das Elend der Menschen aufzumischen. Ihr habt in meinem Namen, euer Leben und diese Welt zu erschaffen. In meinem Namen seid ihr jemand. Geh nicht über diese Welt und hinterlasse ein Schattendasein, sondern die Spuren meiner Herrlichkeit.

Christus legt da für unser Verständnis ein ungehöriges Selbstbewusstsein an den Tag. Er ist sich seiner weltumspannenden Bedeutung bewusst. Daher tritt er hier gegen alle frommen Leisetreter auf, die beschwichtigen, besänftigen und dadurch die ursprünglichen Schöpferkräfte abwürgen und verplempern.

3. Greif nach den Sternen

Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

So selbstverständlich das Bitten und Empfangen ist, so unmittelbar hängt damit das Lebensglück zusammen. Bitten und empfangen ist für Jesus das Natürlichste, was zur Vollkommenheit gehört. Die gesamte Existenz wird regelrecht über das, über sich hinauswachsen definiert. Erst wenn du nach den Sternen greifst, nach dem was dir unmöglich erscheint, findest du deine eigentliche Erfüllung. Wo wir das Wagnis des Bittens eingehen, vereinen wir uns mit der Welt Gottes und sie mit uns. Das ist das, was uns in der Tiefe ausmacht.

Es ist nicht das Gesundbeten von irgendwelchen unerträglichen Krankheiten, sondern die Bitte, dass sich Gottes Wille an uns vollzieht. Damit werden wir selbst zum Heilsträger, der der kranken Schöpfung, die Erlösung, Vergebung und Heil zuspricht. Was uns damit gegeben ist, ist alles was im Namen Jesu für alle Zeiten fest verankert ist. Ab dort, wo wir anfangen zu bitten, sind wir nicht mehr Handlanger des Ewigen, sondern treten selbst in seinem Namen auf. Wir werden zum Schöpfer und zum Christus in der Welt. Das ist das ungeheure Wesen der Vollmacht, dass einer im Glauben und im Namen Jesu aufsteht und Handlungen vollzieht, die menschenunmöglich sind.

Wir haben zu oft das Problem, dass wir selbst nicht glauben können, wieviel Licht wir in diese Welt hineintragen können. Im Auftrag Gottes stehen wir da in der ersten Reihe. Damit können wir über einem Menschen vor der Haustüre bitten, der unter monatelangen Schlafstörungen litt. Er geht hoch in seine Wohnung, legt sich mit den Kleidern aufs Bett und schreibt mir am nächsten Morgen: Ich kann es kaum glauben, durch deinen Segen, war ich so schnell weg, dass ich jetzt gerade mit meinen Klamotten aufgewacht bin.

Bitten erfordert Mut, weil wir nicht wissen wie´s ausgeht. Weil wir nicht auf eigenes Können zurückgreifen können.

Doch aus dieser Angst es könnte schief gehen, weil es nicht in unserer Macht liegt, verspielen wir Glauben und unsere persönliche Erfüllung. Unsere Freude wird erst dann groß, wenn wir anfangen über uns hinauszudenken und hinauszuglauben.

Erfüllung hat mit Wagnis, mit Risiko zu tun. Viel Glaubensarmut kommt auch dadurch, dass wir nichts riskieren. Der Glaube riskiert den Schritt gegen die Angst. Er wagt auch dann noch Schritte, wo der Versstand an die Vernunft appelliert. Wir brauchen uns vor keiner noch so hoffnungslosen Situation geschlagen geben.

Deshalb sei so unverschämt und greife nach den Sternen. Bitte, so wirst du empfangen.

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