Sterntag

Matth. 2, 1-12 

 

Am Sterntag ist Dreikönigstreffen. Es trifft sich nicht nur die FDP zur Großveranstaltung in Stuttgart, mit bundespolitischer Bedeutung. Es treffen sich auch die unterschiedlichsten Könige in Jerusalem mit weit größerer Bedeutung. Da sind die weisen Herren aus dem Morgenland, der amtierende König und ein Königsbaby. Eine Konstellation voller Sprengstoff.

1. Sterne bringen zur Welt

Da Jesus geboren war, haben wir seinen Stern aufgehen sehen.

Was Gott zur Welt bringt hat kosmisches Ausmaß. Die Erde bebt, der Himmel reißt auf, leuchtende Kometen fallen in die Welt. Wo das Wort in die Krippe fällt, vibriert das ganze Universum. Wenn Jesus zur Welt kommt, ist die ganze Schöpfung schwanger. Da wird mehr Leben geboren, als auf dieser Erde Platz hat. Der Urknall des Anfangs, wiederholt sich auf ganz persönliche Weise unter den Menschen. Himmlisches Leben im Stall der Welt, bringt die Sterne zum elektrisieren. Diese eine Geburt kann gar nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken, weil sie aus der Ewigkeit befruchtet ist. Der Horizont muss regelrecht glühen, wenn das Leben der ganzen Menschheit erwacht. Was aus Gott geboren ist, reflektiert in allen Galaxien. Da haben Lichtjahre die Zeit vergessen. Sterne funkeln über die Liebkosung des Lebens.

Die Menschwerdung Jesu ist solch ein globales Ereignis, dass wenn ein Funke des Lichtes auf die Erde fällt, Millionen Lichter über der Erde angehen. Gott ist kein Leisetreter, der sich die übelste Spelunke im Abseits der Welt ausgesucht hat, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Gerade dass er in die Unscheinbarkeit kommt, ohne Pomp und Gloria, zeigt die umwerfende Wirkung, die seine Geburt auslöst. Wo sich sein Leben entfaltet, steht über aller Armseligkeit der Himmel offen. Da werden Sterne zu rufenden Propheten. Da wird der Davidsstern zur Hebamme.

Er stellt alles Leben vor eine grundsätzliche Entscheidung.

2. Sterne konfrontieren

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut, …der König Herodes erschrak.

Wer von der Unfassbarkeit des Lebens angeblickt wird, muss entweder ja oder nein sagen. Unter diesem Stern kann keiner neutral bleiben. Der Stern, der Gotteserkenntnis ist, führt mich zu meiner eigenen Wahrheit.

Damit wird Freude und Hass geboren. Dieser Stern fordert heraus, Leben in einer ganz anderen Dimension zu entdecken, oder im Bestehenden zu bleiben. Unter dieser Erleuchtung entsteht Hingabe oder Ablehnung. Der Stern der Selbsterkenntnis, führt über Christus zur Freude, oder ohne ihn in das Erschrecken.

Herodes musste zusammenzucken, weil er als Machtmensch seinem Konkurrenzdenken verfallen war. Jeder Strahl dieses Sternes, war für ihn eine Anfechtung. Für ihn stand nicht das Licht, sondern eine ernste Bedrohung am Horizont. Sein auf sich fixiertes Denken, hat ihn an sich selbst gefesselt. Er hat sich hinter seinen eigenen Mauern verschanzt, die kein Stern durchbrechen konnte. Wo er die Anbetung seiner Person in Gefahr sah, konnte er nicht zu einer alles umfassenden Anbetung durchbrechen. Er hat sich selbst zum Erschrecken verdammt.

Der Stern fragt jeden: Soll das umfassende Leben, ala dein Reich komme, in dir geboren werden, oder verteidigst du deine eigene Welt? Bleibst du beim Gewohnten und bisher Gehabten stehen, oder bist du bereit für die größte Neuschöpfung deines Lebens? Wo der Stern uns an unserer empfindlichen Stelle trifft, geht er voll auf den Nerv. Sterne stehen auf und fordern die ganze Aufmerksamkeit, weil sie die Führung übernehmen wollen. Da kommt eine Erleuchtung, die uns zum Mitgehen auffordert.

Das ist ein Mitgehen auf volles Risiko. Da kommen wir mit unserem Wissen nicht mit. Unsere bisherigen Erfahrungen kennen nichts Vergleichbares. Da sagt kein Bauchgefühl: geh´ mal schnell mit nach Bethlehem. Da werden wir von einer Inspiration überfallen, die nicht in uns ist, die aus heiterem Himmel kommt. Wir können mitgehen, oder diesen Gedanken ignorieren oder totschlagen. Das ist der volle Hammer gegen Sturheit, Unbeweglichkeit und Angst vor Neuem. Wo wir zum Aufbrechen aufgefordert werden und uns nicht in die Anbetung führen lassen, können wir nur zum Mörder des Lebens werden.

Gott will mit diesem himmlischen Zeichen Kurs übernehmen, dass in uns ein viel größeres Leben geboren wird als wir selbst sind. Diese Konfrontation müssen wir führen, wenn der Stern über dem Stall von Bethlehem stehen bleibt.

3. Sterne machen hellwach

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.

Wer dem Stern folgt, landet in Herrlichkeit. Er begegnet dem Christus, der Leben  revolutioniert. Da will eine Königsherrschaft, im einfachen, banalen, alltäglichen, oft unwerten Dasein aufbrechen. Da entsteht im Stallgeruch dieser Erde Anbetung. Gott pflanzt sich durch das Kind in der Krippe fort. Gott will sein Leben, seine Energie, seine Kraft durch uns fortpflanzen. Mit Jesus als Kind, liegt eine Geburt offen vor uns, die alles entwickelt, was in Schöpfung schlummert.

Dazu führt der Stern zur Krippe, dass nicht das größte Geheimnis des Lebens an uns vorübergeht. Alles Leben dient dazu, das Ewige fortzupflanzen. Die Geburtsstunde dafür war die Heilige Nacht. Gott pflanzt sein Ja in uns fort. Dieses heilige Geheimnis, will jede Inspiration aus der anderen Welt in uns aufblitzen lassen.

Wir haben es gegen unsere blockierenden Glaubenssätze zu verteidigen. Wir haben der inneren Stimme zu wehren, die meint, es wird sowieso nichts anders werden. Mensch bleibe Mensch uns Stall bleibe Stall. Wo der ganze Kosmos seine Spuren auf dieser Erde hinterlassen hat, können Glaubende nicht abwehren und gemütlich ihre Gewohnheiten pflegen.

Wir kehren nach der Krippenbegegnung ins Leben zurück und stehen unter einem anderen Stern. Unter diesem Stern zieht das Übel den Kürzeren. Wo die Gotteserkenntnis führt, schrecken wir im Traum auf und werden hellwach. Höchste Führung sorgt dafür, dass es noch mitten in der Anfeindung zur Anbetung kommt. Wo wir dem Stern an die Krippe folgen, brauchen wir keine Fürsten und Gewalten zu fürchten. Wir gehorchen dem Ewigen, dem sich alles unterordnet.

Das neu geborene Leben steht unter höchster Fürsorge. Der Sterntag will in uns Bedeutung gewinnen. Es ist das Beste was uns am Anfang eines neuen Jahres passieren kann, dass wir den himmlischen Zeichen folgen.

 

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