Wir sind Eucharistie

„Brich dem Hungrigen dein Brot!“
Jes. 58, 7

Unser tägliches Brot gib uns heute, ist die Vater-Unser-Bitte, die den Segen auf die Welt legt. Damit bin nicht nur ich versorgt, sondern gleichzeitig der Nächste neben mir. Wo Gott uns die Hände mit Gaben füllt, werden wir zum Erbarmer für den Mit-Mensch. Da fangen Gaben an zu fließen. Wo wir mit anderen das Brot brechen, werden wir für sie zum Christus. Gott gibt uns, damit wir Geber werden. Wir sind der verlängerte Arm seiner Barmherzigkeit. Die Hände, die sich dem Bedürftigen entgegenstrecken, sind die Hände, mit denen Gott die unheile Welt umarmt. Das Brot teilen ist Eucharistie. Darin erfährt der nach Leben Hungernde das Christus-Wunder. Da fließt von höchster Stelle der Lebenssaft der Auferstehung. Da wird nicht nur der Magen voll, da läuft gleich das ganze Herz über. Da sprudeln die Lebensgeister in aller Armseligkeit. Da wachen die Müden vom Schlaf auf, die Ängstlichen erfahren Hoffnung und Mut.

Das ist der Auftrag der Glaubenden, in den vom Leben erschlagenen Menschen, die Lebensgeister wieder zu wecken. Denen die im Konflikt der Pflichten unter Fieberschüben zerbrechen wollen, wieder Lebensodem einzuhauchen. Mit dem Hungernden das Brot zu brechen ist viel mehr als die Butterbrezel vom Tafelladen. Gott ist ein sozialer Gott, dem unter jedem, der nicht genug zu essen hat das Herz blutet, jedoch sieht er immer den ganzen Menschen, der auch in seiner Seele ausgehungert ist. Er will Menschen das ganze Leben zurückgeben, wo es dann unsere Aufgabe ist, diejenigen, die im Hamsterrad ihrer Aufgaben durchgeschleudert werden, herauszuholen, auf den Boden zu stellen, zur Ruhe zu führen, dass sie wieder das Atmen lernen. Der Hunger nach Lebensperspektive ist riesengroß. Da können wir mit dem gestressten Manager die Ruhe-Pausen teilen, die schöpferische Impulse in ein termingetakteten Tagesablauf geben. Wir werden gegen Behörden kämpfen, die per Aktenlage und Grundsicherungstabellen, den Asylanten, dem sie angeblich helfen wollen, in selbstmörderische Gedanken führen. Unser Brot teilen wir mit dem Bäckermeister, der seine Bäckerei nur noch eingeschränkt öffnen kann, weil er keine qualifizierten Mitarbeiter findet, in dem wir in seine Trostlosigkeit einen Umdenkprozess hineinbringen, der ihm eine neue Sichtweise eröffnet. An allen Ecken und Enden ist der Hunger groß, so dass es viele braucht, die zu teilen beginnen.

Über welche Gaben verfügen wir, mit denen wir unseren hungrigen Nächsten satt machen und aufbauen können?

Gott segne dich.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
https://www.gut-fuer-neckaralb.de/projects/64427
Auslegungen für jeden Tag
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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