Eine Herzklappe weit entfernt

Nähe Gottes erfährt man in der Stärke, wie man sich selbst auf ihn einlässt.

Wenn ihr den Herrn sucht, wird er sich von euch finden lassen.“
2. Chr. 15, 2

Wenn Gott sich auffinden lässt, ist er da. Da ist absolute Nähe. Nichts Verborgenes, nichts Schleierhaftes, nichts Kompliziertes, Gott lässt sich finden. Da ist nirgends eine Hürde, unter der er sich nicht finden lassen würde. Darin liegt die ganze Unmittelbarkeit seiner Präsenz. Wo er sich finden lässt, ist er bereits bei uns. Er ist voll am Puls unseres Seins. Wir sind von ihm umringt. Finden heißt, da ist etwas was mir fehlte aufgetaucht. Es war nie wirklich weg, sondern nur aus unserem Gesichtskreis verschwunden. Den Schlüssel den ich vermisste, steckte an der Bürotür, die ich als letztes aufgeschlossen hatte. Er war nicht verschwunden, ich habe nur vergessen ihn abzuziehen. Gott ist nicht weg. Er ist und bleibt voll da. Den Abstand den wir zu ihm haben liegt an uns. Irgendwann haben wir abgehängt, wir haben ihn verloren und liegen lassen. Wo wir uns an die bitteren Pillen des Lebens ausgeliefert vorkommen, liegt es nie daran, dass uns Gott verlassen hätte. Wo wir Gott für seine Abwesenheit anklagen, müssen wir die Hände an die eigene Brust schlagen. Der Beziehungskonflikt fängt bei uns an und daraus entstehen alle anderen Konflikte. Wo ich die Beziehung loslasse, bin ich von Gott und allen guten Geistern verlassen.

Gott ist eine Herzklappe weit entfernt. Er lässt sich nicht in den Scherbenhaufen dieser Welt finden, nicht im Bombenhagel derer, die Häuser und Existenzen zerstören, er lässt sich in mir selbst finden. Da ist dieser kleine Ort in mir, zu dem kein Mensch und keine Katastrophe Zutritt hat, der nur für Gott reserviert ist. Es ist die ureigenste Lebenszelle, in die er seinen Atem gehaucht hat. Es ist der Raum in dem sein Wort aufschlägt und den ganzen Menschen bewegt. Wenn wir Gott suchen, suchen wir ihn meist außerhalb von uns und wundern uns, weshalb wir nicht fündig werden. Wir finden ihn in dieser geheimnisvollen Schatzkammer, in der unser Sein oder nicht Sein verankert ist. Darin ist Gottes Machtzentrale, aus der er in diese Welt hineinwirkt. Es ist der Kern, in dem er Menschen von Grund auf verwandeln kann. Darin entsteht neues Denken, neuer Glaube und neue Liebe. Daraus fließt Heil und Segen in die Leidenswege der Menschen. Daraus erhalten Glaubende ihren Standpunkt, der sie unerschütterlich macht. Suchen wir Gott an der Nahtstelle unseres Lebens, an der er in uns zu gestalten und zu wirken beginnt.

Wo suchen wir Gott? In unseren Beziehungen, im Gelingen unserer Aufgaben, im Stress unserer Verpflichtungen, in all dem, was uns unter den Händen zerrinnen kann? Warum tun wir uns oft so schwer, ihm unseren inneren Raum zu öffnen?

Gott segne dich.

Lass voller Dank die große Glocke wieder klingen
https://www.gut-fuer-neckaralb.de/projects/64427
Auslegungen für jeden Tag
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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