Wenn nicht jetzt, wann dann?

Um etwas zu bewegen gibt keine bessere Zeit als jetzt. Was gestern war, kann ich nicht mehr beeinflussen; was morgen kommt, kann ich nur planen.

Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich der Herr, habe es geschaffen.“
Jes. 45, 8

Zeit ist der Takt des Lebens. Alles, was auf dieser Erde lebt, blüht auf und vergeht wieder. Dieses Gefühl versetzt uns unter den Eindruck, dass alles was wir tun, uns unter den Händen zerrinnt. Nichts ist beständig,alles fließt dahin. Zeit vergeht, mit jeder Sekunde die tickt. Dagegen unterscheiden die alten Griechen zu dieser vergehenden Zeit, die Stunde des Augenblicks, den Kairos. In ihm liegt die Handlungsenergie für alles was die Welt aus dem Jetzt heraus verändert. Der Kairos manifestiert ein Ereignis in alles was vergeht. Kairos ist die gottinspirierte Zeit. In alle Sinnlosigkeit des Dahinwelkens, bäumt sich ein Leben auf, das die ebenmäßige Wiese, durch einen Maulwurfshaufen aufbricht. Im Kairos wirft sich die Erde auf und stellt die Belanglosigkeit auf den Kopf. Kairos ist der schaffende Gott, der die vergänglichen Strukturen von Zeit auflöst. In den jetzigen Augenblick ist das ganze Heilswerk Gottes gepackt. Im Kairos hat der Mensch die vollkommene Gnade, Heil in Unheil zu pflanzen. Wer das Jetzt verspielt, macht die ganze Welt um unwiederbringliche Guttaten ärmer. Nur jetzt ist der Himmel offen. Nur jetzt regnet es genau das Richtige, das von Gott ausgeht. Nur jetzt können wir uns vom Geist Christi berühren lassen. Im Kairos liegen alle heilige Momente, die Menschen und die Welt verändern. Im Kairos liegt die Gunst der Stunde, die ein Gänsehautfeeling auf Menschen legt.

Da unser Alltag so sehr von der vergänglichen Form der Zeit geprägt ist, die uns unter Druck setzt und zwischen den Fingern zerrinnt, versäumen wir leicht den Augenblick, in dem alles möglich ist. Wir sind oft die, die von der Zeit, wie die Sklaven durchs Leben getrieben werden, träumen in die Zukunft hinein, in der wir bessere Zeiten erhoffen. Die meisten sind von der Sehnsucht getrieben, irgendwann einmal aus dem Hamsterrad auszubrechen. Über diesem Hoffen und getrieben werden, gehen sie schnurstracks auf ihre Rente zu und werden dabei alt. Immer mit der Sehnsucht im Herzen, was hätte in meinem Leben alles Gutes entstehen können, das leider durch die verrinnende Zeit nicht möglich war. Um diesem Jammer zu entfliehen, müssen wir die Chance des Kairos entdecken. Jetzt ist der wichtigste Augenblick meines Lebens. Jetzt kann ich alle Gaben, die unter dem offenen Himmel für mich bereit liegen ausschöpfen. Die verwelkende Welt lebt von den Kairos-Momenten der Menschen, die das Jetztergreifen und nicht auf bessere Zeiten hoffen.

Haben wir wirklich den Eindruck, dass ab morgen alles besser wird, dass sich die Erde langsamer drehen wird und wir dann irgendwann anfangen können zu leben?

Gott segne dich.

Die Glocke freut sich, wenn Dein Herz schlägt
https://www.gut-fuer-neckaralb.de/projects/64427
Auslegungen für jeden Tag
https://brtheophilos.wordpress.com/category/predigt/tageslosungen/

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