Entstresste Beziehungen

Es ist ein halb Himmelreich, wo Frieden herrscht.

„Der Herr schafft deinen Grenzen Frieden.“
Ps. 147, 14

Wir kennen es: es kann kein Mensch in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Jeder sehnt sich danach, doch bereits am Frühstückstisch erleben wir, welch eine zarte und brüchige Pflanze der Frieden ist. Keiner will Streit, doch ein Wort gibt das andere. Wenn der Herr Frieden schafft, zeigt der Psalmist auf, das die Menschen ein Problem damit haben. Frieden geht nicht von Menschen aus, sondern kommt von Gott. Gott hat am Anfang den Menschen im Einklang mit sich und der Natur geschaffen; das war das Paradies. Doch dem Menschen war das noch zu wenig, er wollte mehr. Ihn packte die Gier, die Überheblichkeit, das größer und besser sein wollen, die Unzufriedenheit und dann war es aus mit dem Traum. Er wollte mächtiger sein als Gott und beraubte sich damit seiner Freiheit. Seit da erschlägt der Bruder seinen Bruder, oder beschuldigt der Bruder die Schwester, sich das Erbe der Eltern erschlichen zu haben. Da stecken die Brüder ihren Bruder Josef in den Brunnen und verkaufen ihn nach Ägypten. Der Ursprung von Unfrieden liegt in ganz banalen Strickmustern der Abgründigkeit des Menschen. Jeder Tag zeigt aufs Neue, auf welch wackeligen Füßen der Friede im Großen und im Kleinen steht.

Wo Gott Frieden schafft, geht er an den Ursprung zurück. Er befriedet den Beziehungskonflikt, zwischen ihm und dem Menschen. Mit Christus lässt er den Menschen zur Ruhe kommen. In das Kämpfen um sich selbst kommt Frieden. Die Unruhe, das Getrieben sein nach mehr, die Gier zu kurz zu kommen, die Eifersucht wird gestillt. Christus geht ans Eingemachte. Das Herz, der Charakter, die ganz leicht zum Brodeln kommen, finden Ruhe. Der Friede Christi wirkt gegen all die aufschäumenden Emotionen. Wer in Christus zur Ruhe gekommen ist, hat sein Recht und alle Wertschätzung, die er für seine Person braucht. Wer im Frieden ruht, für den beruhigt sich der Kampf um sich selbst. Der Kampf um Macht und Ansehen, aller Geltungsdrang, kann zum Schweigen kommen. Der Friede Christi, der höher ist als alle menschliche Vernunft, der formt das Herz, den Sitz der menschlichen Persönlichkeit. Über aller Begrenzung, über allen niederen Beweggründen geht damit der Himmel auf. Wo dieser Friede regiert, können Menschen Grenzen überwinden und aufeinander zugehen. Dieser Frieden ist die starke verbindende Kraft, der die Welt am Leben erhält.

Ist der Friede in uns so stark, das er andere nicht unter Druck setzen muss?

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