Überlegen durch Geist

1.Kor. 2, 1-10

Vorausdenker und Vorauslebende haben es schwer. Sie sind unentwegt mit denen konfrontiert die ihrem Wissens- und Erkenntnisstand hinterher sind. Die Erkenntnis Galileos: „Und sie dreht sich doch“, brachte beinahe sein Todesurteil. Mit einer Notlüge, schwor er vor der Inquisition von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab und überlebte. Die Behauptung Luthers: Vergebung geschieht nicht durch Ablass, sondern durch Glaube, führte ihn in den Bann und die Kirche in eine Spaltung. Paulus in Europa unterwegs, erntete in Athen für die Verkündigung des Evangeliums Spott und Antis. Aus dieser persönlich gedemütigten Situation heraus steht er vor die Gemeinde in Korinth. Er stellt Weisheit gegen Wissen.

1. Wir sind Geheimnisträger

Uns aber hat Gott durch den Heiligen Geist sein Geheimnis enthüllt. Denn der Geist Gottes weiß alles, er kennt auch Gottes tiefste Gedanken. Die Weisheit die wir verkündigen, ist Gottes Weisheit. Sie bleibt ein Geheimnis und vor der Welt verborgen.

Auch wenn der Mensch in der Genforschung den Zahlencode der Erbinformationen entschlüsseln kann, sind das lediglich die Grundrechenarten von Plus und Minus. An Gottes Denken kann sich keiner herandenken. Vor seiner Weisheit hängt ein Panzer-Schloss. Für Menschen nicht erforschbar. Mathematik und Logik passen nicht in dieses Schloss. Der Schlüssel für die Geheimnisse Gottes heißt Heiliger Geist. Wo dieser Geistesblitz den Menschengeist berührt, gibt es Erkenntnisse, außerhalb der menschlichen Wahrnehmung. In ihn dringt ein, was der natürliche Mensch nicht versteht. In den Menschen wird ein Geheimnis hineingelegt, das sich nirgends aneignen lässt. Gott hat sich beim Menschen einen persönlichen Zugang geschaffen. Damit entsteht eine Schnittstelle für einen ganz anderen Datenaustausch. Es ist ein Geistesblitz der den Menschen Gott erkennen lässt.

Der Mensch gewinnt dabei keine höhere Erkenntnisstufe um bei Gott zu sein, nein, Gott selbst kommt. Das Geheimnis ist, dass sich im Heiligen Geist, Christus zu uns auf den Weg macht. Der Geist ist die Frucht aus Kreuz, Tod und Auferstehung. Somit stellt der Geist, das natürliche Menschsein, in die umfassende Gotteswirklichkeit. Der Geist legt das Geheimnis von Erlösung und Neugeburt in den Menschen. In einem sterblich, leiblichen Gehäuse weht Auferstehungsluft. Das Geheimnis des Geistes durchbricht damit die Gesetzmäßigkeiten aller menschlichen Wissenschaften und Erfahrungen.

Zu solchen Geheimnisträgern macht Gott Menschen wie Paulus. Jede Verkündigung lüftet ein Geheimnis. Verkündigung sind keine Worte, die von einem Redenberater geschönt sind, in ihr handelt der Christus-Geist. Wo dieses Geheimnis verkündigt wird, wirkt nicht eine gute oder schlechte Rede, sondern eine eigene geheime Macht. Es gibt keine erlernbare Methode, in der der Geist zu Menschen spricht. Sein Geheimnis offenbart Gott immer selbst, weil es keine Worte, sondern Handlung ist. Der Verkündiger bringt eine unbegreifliche Botschaft, denjenigen, die als natürliche Menschen dafür keine Antenne haben. Der Heilige Geist macht Unfassbares menschenverdaulich.

Er entlockt mit ihm, das großes Geheimnis einer alten, verstaubten Geige aus dem Kasten. In einem Menschen kommt etwas zum Klingen, das niemand anders hätte anzupfen können. Dieses Geheimnis offenbart ein Geheimnis in uns. Es offenbart, wie Gott in uns Auferstehung feiert.

2. Gescheitheit rebelliert

…, auch wenn diese Welt und ihre Machthaber das nicht als Weisheit gelten lassen wollen. Aber die Welt mit aller ihrer Macht wird untergehen.  Von den Herrschern dieser Welt hat das keiner erkannt. Sonst hätten sie Christus, den Herrn der Herrlichkeit, nicht ans Kreuz geschlagen.

Geheimnisträger leben gefährlich. Sowohl dem Verkündiger, als auch jedem der mit Gott lebt, wird man nicht glauben. Wer eine Geige sieht und sie noch nie hat spielen hören, kann nicht glauben, dass sie die ganze Welt betören kann. Geisterfahrung ist unnormal, daher ist Christsein ungemütlich. Es treffen hier zwei Welten aufeinander. Gottesweisheit und Menschenweisheit sind Gegensätze. Dabei ist offensichtlich, dass wo der Heilige Geist vom menschlichen Denken blockiert wird, die Menschen verarmen und die Geschichte blutet. Wo die göttliche Perspektive im Leben verschlossen bleibt, verliert das Menschsein seinen Wert. Da sind wir ganz schnell in Holland wo die Erben bestimmen, wie viel Tage dem Opa noch gegeben werden.

Glaubende müssen damit leben, von anderen nicht verstanden zu werden, weil sich Glauben nicht verstehen lässt. Wegen der Menschen, die dieses Gottesgeheimnis nicht kapierten hing Christus am Kreuz. Golgatha ist das Mahnmal für die Auflehnung gegen den Geist. Glaube ist Sprengstoff für eine reizüberflutete Informationsgesellschaft. Wachsender Glaube bedeutet wachsende Herausforderung. Als Geheimnisträger sind wir keine erhabenen Helden, sondern oft die Bekämpften und Belächelten. Erkenntniswege sind oft Kreuzwege. Wer etwas sieht, was andere nicht sehen, macht sich zum Buhmann. In der Gottesoffenbarung rebellieren die Gescheiten und liegt die Konfrontation mit der Vernunft. Da kann selbst die Kirche wie bei Luther und Galileo zum Gegner werden.

Da muss ein Glaube sattelfest sein und im Geist ruhen.

3. Kraftvolles Geheimnis

Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes rettende Kraft.

Glaube und Menschenwissen haben so viel gemeinsam, wie eine Kuh vom Geige spielen. Wenn eine Geige klingen soll, kann sie nicht von Hufen getreten werden, sondern muss von einem Meister gestrichen werden. Glaube wird vom Geist gestrichen und von der Menschenweisheit mit Füßen getreten. Der Glaube sucht den König in der Krippe und nicht im Palast. Der Glaube kann  sich nicht aus menschlichen Wissen ernähren, sondern hungert nach Geist. Wo der Mensch Wissen als Macht ansieht, sieht der Glaube im Geheimnis alle Macht.

Google kämpft um das Wissen der Welt, der Glaube um ein Lebensgeheimnis, das alles Wissen übersteigt. Die Suchmaschine findet keinen Gott und keinen Erlöser, aber der Geist erschließt Herrlichkeit. Google weiß alles über eine Geige, aber der Geist bringt sie zum Klingen. Der Klang echten Menschseins kommt aus dem Loslassen an den Meister. Der Glaube bringt die Geheimnisse des Lebens zum Klingen. Um das Leben mit all seinen offenen Fragen und unliebsamen Herausforderungen zu meistern, brauchen wir nicht das Wissen der ganzen Welt, sondern das Geheimnis des Geistes.

In der Kraft des Geistes, werden Schafhirten zu Volksführern. In der Kraft des Geistes, widersteht der Mönch aus Wittenberg einem Papst aus Rom. Da gehen schmerzgeplagte Krebspatienten, voll bewusst ihrem Ende entgegen. Der Geist ist die höchste Qualifikation, die einen Menschen auszeichnet. Mit dem Geist handelt der Allerhöchste im Niedrigsten. Darin findet das Unbedeutende seinen größten Wert, das Schwache seine stärkste Kraft.

Um Krisen zu meistern, hilft kein Wikipedia, da braucht es mehr Geheimnisträger. Was die Welt aufhorchen lässt und lebendig erhält, sind Menschen, die in einer höheren Weisheit stehen. Daraus kommt die Kraft, für die Schmerzbewältigung. Daraus fließt die Kraft, in einer scheinbar ausweglosen Zukunftsperspektive voller Hoffnung zu sein. Es ist die Kraft, die noch im Weltuntergang die Auferstehung erkennt.

Wir tragen dieses Geheimnis in uns, daher sind wir durch unseren Glauben zu viel mehr in der Lage, als wir selber denken können. Ich wünsche uns fröhliches Überwinden durch den Geist.

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4 Gedanken zu „Überlegen durch Geist

  1. Der Heilige Geist ist wahrhaftig die wirksame Kraft Gottes. Jeder kann um diese Kraft beten, um zum Erkenntnis zu gelingen. Vor allem bei Bibellesen. Der Heilige Geist bewirkt den „AHA-Effekt“. Nun sollen wir aber das Geheimnis nicht für uns behalten, sonder wir sollen alle Leute dazu anstiften, das sie die Bibel lesen. Das sie zum Erkenntnis des Evangelium und des Reich Gottes kommen. Wegen dem hat man in der Reformation die Bibel in verschiedene Sprachen übersetzt. Das Wort Gottes soll nicht ein Geheimnis bleiben und die Geheimnisträger haben die grosse Verantwortung es zu verkündigen.

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