Geh´ mal zu Trump

2. Mose 3, 10

Hirte, Hund und Herde, ein Kontrastgemälde zu High tech, Bits und Bytes. Der gute Hirte hängt oft nur noch angestaubt im Schlafzimmer der Großeltern. Im realen Leben sieht man ihn nur selten, und wenn, dann lächelt man fast mitleidig und denkt: Wer wird denn heut´ noch Schäfer? Denkt man ein bisschen weiter, erkennt man, hier leitet jemand. Da hat einer die Verantwortung über 156 Leben übernommen. Wohl und Wehe liegt in der Hand dieses Führers. Da steht einer dafür gerade, dass andere durchkommen. Nicht umsonst zieht sich dieses Bild vom Hirten durch die Bibel und Kirchengeschichte.

Gott hat eine heikle Mission und braucht dafür den richtigen Mann.

  1. Ein Wahnsinnsplan

damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.

In der Politik fragt man sicherlich manches Mal, wie kommt ein Minister zu seinem Amt? Welches sind seine Qualifikationen für seine Aufgaben? Gott vergibt hier einen staatsmännischen Posten. Ihm steht ein Kulturkampf vor Augen. So ein bisschen DDR-Revolution im großen Stil. Jahrzehntelange Unterdrückung soll abgeschafft werden. Ein ausgenütztes und gedemütigtes Volk, soll aus der Staatsgewalt von Ägypten befreit werden. Ein geschichtsträchtiger Umbruch, den da Gott plant. Da gibt es mit Sicherheit verheißungsvollere Ziele, die man sich setzen kann. Hier soll tief in eingespielte Systeme eingegriffen werden, die garantiert Widerstand leisten.

Der Auftrag lautet: Herausführen. Dazu braucht er die geeignete Führungskraft; Mose. Herausführen und hindurchführen war mit Sicherheit Moses Spezialität, doch seine Qualifizierung lag auf Schafen. Für politische Operationen im großen Stil sicherlich etwas dürftig. Wenn Gott ruft, bringt keiner dafür die Voraussetzungen mit. Da sind Veranlagungen, da sind Begabungen, die Menschen mitbringen und die Gott in sie hineingelegt hat, doch das ist lediglich die Rebschere in der Hand des Floristen.

Wenn Gott beruft ist jeder dafür unterqualifiziert. Wenn Gott zu einer Führungsrolle beruft, hat er bereits die Führung übernommen. Das ist der größte Schaden im Reich Gottes, wenn Menschen sich einreden, sie haben für diese Aufgabe nicht die nötige Kompetenz. Wenn Gott ruft ist höchste Kompetenz da. Wo Gott sein Volk herausführen will, ist er der Führer. Da hat er die Verantwortung übernommen. Das ist das Gottesprinzip, dass er Schafhirten zum Außenminister beruft.

  1. Mach dir nicht ins Hemd

ich will dich zum Pharao senden

Es ist völlig egal ob die Staatsoberhäupter Baschar al-Assad oder Wladimir Putin und Donald Trump heißen, Gott sendet halt. Wenn Gott sendet, geht es nicht um mich. Da liegt die Autorisierung in Gott. Da ist es Jacke wie Hose, ob ich Schafhirte oder Ziegenpeter bin. Der Sender ist der Entscheidende. Es geht um den, in dessen Namen ich unterwegs bin. Wo Gott sendet, hat es der Gegenüber nicht mit mir zu tun, sondern mit dem Allmächtigen. Da tritt plötzlich einem Pharo ein noch Höherer gegenüber. Wo Gott sendet, gibt es keinen Grund sich von irgendjemand einschüchtern zu lassen. Da sind die Machtverhältnisse ganz klar. Unter diesem „ich sende“ muss jeder Machthaber in die Knie gehen. Ich sende, ist die höchste Rückendeckung in der Auseinandersetzung mit den Mächten und Mächtigen dieser Welt. Da wird ein kleiner Mensch zu etwas ganz Großem gesetzt.

Im Senden liegt das Heil der Welt. Wo Gott sendet, liegt der Christus in der Krippe. Da kommt Ewiges in Irdisches, da durchdringen sich die Welten. Da treten Menschen aus dem Schatten. Da wird eine Mutter Theresa in den Slums von Kalkutta zu einer Heiligen in der Welt. Martin Luther bietet der Staatsmacht die Stirn und wird zum größten Reformer in der Geschichte. Wenn Gott Großes vorhat, kann der Mensch nicht klein denken. Wenn Befreiung in dieser Welt geschieht, braucht es einen Erlöser und braucht es Menschen, die sich senden lassen.

Wie oft wird Reich Gottes banal und wässrig, nur weil sich Menschen als zu klein betrachten. Christliche Bescheidenheit sabotiert das Handeln Gottes. Die Kirche und die Gesellschaft lebt von den Unerschrockenen, die sich senden lassen. Wieviel von wichtigem und wertvollen Handeln Gottes bleibt durch ängstliche Frömmigkeit auf der Strecke? Viele gute Entwicklungen werden ausgebremst, weil Gottes Sendungsauftrag nicht ernstgenommen wird. Wo Gott sendet, soll der Mensch über sich hinauswachsen. Da sollen Dinge geschehen die menschlich undenkbar sind. Wenn Gott sendet, brauchen wir weder vor einem Pharao noch vor unserer Unfähigkeit erschrecken. Der Glaubende muss an das Unglaubliche glauben. Vor Aufgaben, die uns schockieren wollen, brauchen wir uns nicht ins Hemd machen.

  1. Mach was ich will

so geh nun hin,

Wo Gott ruft, gibt es nur eine Antwort – gehen. Wenn Gott senden will, ist es gefährlich mit Überlegen anzufangen. Manch einer überlegt ein Leben lang, wohin will mich Gott wohl senden, was ist sein Auftrag für mein Leben? Dabei muss er sich eher fragen lassen, bin ich gegangen, wo ich gesendet wurde? Wo Gott gehen heißt, gibt es keine Alternative. Jeder der da anfängt abzuwägen, macht sich schuldig. Geh nun, ist der Schritt des Glaubens. Hier beginnt die Selbstüberwindung und hier ist es Ende aller Ausreden.

Im Verkaufen sagt man: Wir leben vom Abschluss! Wir können noch so tolle Beratungsgespräche führen, noch so tolle Kundenkontakte aufbauen, wenn wir nicht abschließen und tatsächlich verkaufen, haben wir nichts zum Leben. Wer nicht geht, wenn Gott will, kann noch so große Erkenntnisse haben, aber Reich Gottes entsteht da nicht. Gott baut sein Reich nur mit Gehern. Er arbeitet mit Menschen, die ins Handeln kommen. Wo wir im Glauben Schritte wagen, überschreiten wir menschlich Nachvollziehbares. Gehen ist ein Glaubensakt. Gehen sind die mutigen Schritte gegen die eigene Rebellion. Es ist das entschlossene Voranschreiten gegen alles bessere Wissen. Gehen ist die Kühnheit, einem Raubtier unerschrocken in die Augen zu schauen.

Gehen schafft Feinde und löst Widerstand aus, weil es eine Bewegung ist, die einen anderen und sich selbst herausfordert. Wer nicht geht, sich nicht herausfordern lässt, verspielt die Hoffnung, die für die Unterdrückten gedacht ist. Nicht gehen, verspielt das Heil. Durch den der geht, kann Gott Gefangenen die Freiheit schenken. Im Gehen werden große Geschichten geschrieben, und entsteht die geheimnisvolle Welt Gottes unter den Menschen. Der allmächtige Gott offenbart sich durch Menschen, die sich bewegen. Wer stehen bleibt, wer nur fromme Töne ablässt, kann das Gottesvolk nicht in die Freiheit führen. Deshalb mach´ dir nicht ins Hemd und geh´ mal zu Trump.

Was können wir tun, um vor dem Großen, das Gott mit uns vorhat, nicht zurückzuschrecken?

 

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3 Gedanken zu „Geh´ mal zu Trump

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