Chaosgeschüttelt oder friedensgeprägt 

was von innen befriedet ist, kann die Stürme des Lebens überdauern.
„Der Herr sprach zu Gideon: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Da baute Gideon dem Herrn dort einen Altar und nannte ihn: Der Herr ist Friede.“

Richter 6, 23-24
Schalom sagt der Hebräer, wenn er diesen Friedensgruß weitergibt. Schalom drückt aus, dass Frieden von Gott ausgeht. Er sieht ihn viel umfassender, als wir ihn üblicherweise sehen. Gott selbst ist Friede. Dieser Friede ist die Befreiung von Unheil. Es ist das Wohlergehen nach Leib, Seel und Geist. Friede ist, im Einklang mit Gott sein. Es ist das am Puls und der Sattheit des Lebens zu stehen. Es ist das zur Ruhe gekommen sein in der Geborgenheit Gottes.
Wo dieser Friede herrscht, hat Gott den Widerstand des Menschen gegen sich überwunden. Da ist der Krieg mit Gott zu Ende, der Grund, für allen Unfrieden in der Welt. Dieses Schalom ist eine Friedens-Oase mitten im Krieg. Wo Gottes Frieden ist, kann der Mensch im Unheil überleben. Er ist nicht mehr chaosgeschüttelt, sondern friedensgeprägt. Da scheint immer noch die Sonne, mitten im Gewitter. Da können die Wellen hoch schlagen, aber das Boot geht nicht unter. Frieden ist die „Trotzdem-Macht“. Da werden wir in den größten Krisen nicht untergehen. In diesem Frieden brauchen wir keinen Schrecken zu fürchten.
Wenn unser Dasein in dem gewaltigen Schöpfer ruht, was fürchten wir? Kann da nicht durch uns Frieden in die Spannungen des Lebens einziehen?
Schalom! 

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Wirkungsvoller Stressabbau 

die tiefe Ruhe und Erfüllung im Leben, kommt nicht dadurch, dass wir alles erreicht haben.
„Besser wenig mit der Furcht des Herrn als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.“

Sprüche 15, 16
Auf der Suche nach dem eigentllichen Wert des Lebens, haben viele schon Bauchlandungen gemacht. Was hat ein Mensch, wenn er alles hat, was er sich erträumt und angestrebt hat? Viele können kaum die Rente erwarten, damit sie dann das Leben noch genießen können. Dann kommt ein Querschläger durch Krankheit, oder dass der Partner frühzeitig wegstirbt und die Seifenblase ist geplatzt. Wir streben und streben und streben, versetzten uns in Unruhe und haben am Ende doch nicht das was wir erhofften. Unser Streben nach dem Schatz der uns erfüllt, verschafft nicht die Ruhe, die wir uns erträumen.
Ruhe kommt von Einbettung, von einem Vertrauen, dass alles geregelt ist. Ruhe kommt von dem Urvertrauen in Gott. Wahrer Reichtum und Sicherheit kann man sich nicht verdienen, sie liegt in der Gottesfurcht. Die Furcht vor dem Herrn ist der größere Schatz, als das, was wir mit unseren Händen erarbeiten können. Da ist ein Vertauen, dass auch die Dinge geregelt sind, auf die wir keinen Einfluss haben. Gottvertrauen verschafft die Ruhe, die kein Mensch erwirtschaften kann. Unser Sorgen ist von einem größeren Fürsorger abgedeckt. Gottvertrauen ist der wirkungsvollste Stressabbauer.
Das bedeutet nicht, dass wir nichts Großes anstreben sollen, sondern dass wir in allem Eifer gelassen sind. Wir machen zwar viel, doch es ist nichts von unserem Machen abhängig, sondern von dem, in dem unser Vertrauen liegt. Ruhe liegt im Vertrauen und nicht in unserem Einsatz. Unsere Vorratskammer ist nicht gefüllt, weil wir uns alle Füße herausreißen, sondern weil wir einen Gott haben, der selbst den Sperling und Raben versorgt, die nichts zu ihrem Lebensunterhalt beitragen können.
Wir können an uns selbst ablesen, wieviel Ruhe wir haben. Auf wem oder was liegt unser Vertrauen?

Durch uns wird’s in eisiger Kälte warm

eine heile Welt entsteht nicht durch gute Politik und anständige Menschen.
„Man soll nicht mehr von Frevel hören in deinem Lande noch von Schaden oder Verderben in deinen Grenzen, sondern deine Mauern sollen Heil und deine Tore Lob heißen.“

Jes. 60, 18
Genau das ist es, wonach sich jeder seht. Eine heile Welt. Alle Bemühungen der Politik richten sich darauf aus, unser Bestreben in den Familien ist getragen von der Sehnsucht nach Harmonie. Selbst am Arbeitsplatz ist die Störung des Arbeitsfriedens vertraglich geregelt. Alle bemühen sich darum, diesen Zustand zu schaffen, der heute beschrieben ist. Trotz allen Bemühungen, trotz aller Verbesserungen und Maßnahmen, die für ein besseres Miteinander unternommen werden, stehen wir im Bobemhagel. Unsere Tage sind von Ach und Weh gezeichnet. Jeder stöhnt unter irgendwelchen Zerbrüchen und leidet unter dem Auseinaderbrechen von Beziehungen.
Menschen können keine heile Welt schaffen, sie können sie auch nicht abschaffen. Die heile Welt geht von Gott aus. Die Sehnsucht in uns nach geordneten Verhältnissen, kann nur aus der heilen Welt gestillt werden. Um Gott ist der Raum, den wir uns hier alle erträumen. Um diesen Raum zu erreichen, müssen wir nicht unsere Anstrengungen verstärken, sondern dafür hat Gott etwas von diesem „Heiligen“ in unsere Welt geworfen. Wir können nicht unsere schrecklichen Zustände verändern, sondern Gott verändert uns, durch das Kind in der Krippe. Durch Christus entsteht Wärme inmitten eisiger Kälte. Wir können nicht von irgendwelchen Menschen erwarten, dass sie uns ein angenehmes Leben schaffen, sondern durch Christus verändert sich unser Umgang mit dem Unangenehmen. Wir selber werden zu einem Funken heilige Welt, die in alle Unheiligkeit hineinfunkt. Wo Gott in einem Menschen wohnt, werden ständig Samen ausgestreut, die überhaupt eine unheile Welt am Leben erhalten. Wir überfordern die Menschen, wenn wir von ihren die heile Welt erwarten, die wir uns wünschen. Wir können sie nur selbst erfahren und dann hineintragen. 
Stöhnen wir unter dem Unheil, oder lassen wir etwas Heilendes in diese Welt fallen, unter dem die Menschen aufatmen?

Eine gute Begegnung macht fröhlich 

Freude ist viel mehr, als ein keep Smile.
„Ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.“

Hab. 3, 18
Für ein junges Ehepaar, das gestern ihr totgeborenes Kind zu Grabe getragen hat, gibt es ganz bestimmt nichts zu freuen. Manche Lebensumstände sind so hart, da verkrampft sich mehr, als dass etwas Gelöstes aufbricht. Im Angesicht solch eines Babies, das im Sarg, wie im Stubenwagen liegt, kann man die Tränen nicht aufhalten. Dabei auf das viele Gute sehen, das auch da ist, ist nicht der Trost, den man in dem Moment braucht und führt garantiert nicht zu tiefgreifender Freude. Da ist nur untröstlicher Schmerz und finstere Nacht. Da geht ein großes schwarze Loch unter einem auf, da ist die ganze Zukunft vernebelt.
Freude ist nicht Party machen, um damit das Übel zu übertönen. Freude ist kein Rausch, der über dem Unerträglichen einen Kick auslöst, um vergessen zu können. Echte Freude braucht einen Bezug zu einer Grundlage, die weit stabiler ist, als alles brüchige Dasein. Sich freuen bezieht sich auf den Herrn. Nur eine Gottesbegegnung hat solch eine emotionale Kraft, die Tod in Leben verwandelt. Augustin sagt: Mein Gott du bist die Freude, wer um dich ist, freut sich immerdar an dir. Eine Freude die unerschütterlich ist, kann nicht aus einem Menschen kommen. Sie hat ihren Ursprung an dem echten Lebensnerv. Das ist ein fröhlich sein, in dem „in-Ordnung-Bringer“, in dem der Heil schafft. Freude ist der Glücksmoment, der das Unglück überwunden hat. Freude ist der Sonnenstrahl, der den Stacheldraht des KZ-Zauns durchbricht. Freude ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist. Diese Freude lässt sich nicht machen oder irgendwie generieren, weil sie aus einer persönlichen Begegnung mit der Freude entsteht. Sie strahlt dort ihre Fröhlichkeit aus, wo es eigentlich nichts zu Lachen gibt.
Wem sind wir wohl begegnet, wenn wir uns so anschauen, wie fröhlich wir sind? 

Glaube trägt, wenn’s ungemütlich wird

Glück und Glaube sind ein wunderbares Pärchen.
„Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn.“

Ps. 146, 5
Worauf der Mensch seine Hoffnung setzt, entscheidet über sein Wohl und Wehe. Viele setzen ihre Hoffnung auf Zahlen und erträumen jeden Samstag Abend das große Glück. Wir werden überschüttet von Hilfsangeboten und Lebensberatern, die alle versprechen; „mit dieser Methode werden sie glücklich.“ Das was wir glauben, das werden wir erleben.
Wohl hängt zutiefst mit einer starken Einbettung zusammen. Wohl ist das in der Güte Zuhause sein. Wo Gott Heimat ist, wo er mich umhüllt, wie der Mutterschoß das Kind, da ist Glück. Wo wir Wohlergehen von Dingen oder Menschen erwarten, kann das nie zur Erfüllung führen. Wohl hat seinen Sitz in einer unvergänglichen Macht. Das ist das Glück des Glaubenden, dass die Hoffnung nicht aus einer sterblich, vergehenden Welt schöpft. Wer auf den Herrn setzt, hat immer eine Hilfe, inmitten aller offenen Fragen und ungelösten Probleme. Dieser Glaube geht Wege wie Paulus. Gegen allen Widerstand gründet er eine Gemeinde nach der anderen in Kleinasien. Dieser Glaube trägt, wenn´s ungemütlich wird, wenn man für seine Sache kämpfen muss. Dieser Glaube tröstet, weil er in dem Treuen gefestigt ist. Wo die Hoffnung auf dem Herrn liegt, hat das Leben eine andere und unerschrockene Gangart. Da verwandelt sich Frustration in Faszination. Da sind Glaube und Wohlergehen die besten Freunde.
Was kann mir passieren, wenn meine Hilfe der Herr ist? Wo kann es mir besser gehen, als wenn meine Hoffnung, eine solch starke, verwandelnde Kraft in mir hat?

Von Angesicht zu Angesicht

  1. Mose 33, 17-23

Wer eine Audienz mit dem Papst möchte, kann nicht morgen nach Rom fahren und am Vatikan an einer Glocke klingeln, auf der Papst steht. Wenn man nur die Frage nach einer Privataudienz ins Internet eingibt, bekommt man folgende Information:

Eine Privataudienz beim Papst zu bekommen ist recht schwierig. In der Regel werden leider nur hochgestellte Persönlichkeiten wie Politiker, Staatsoberhäupter, geistliche Würdenträger und andere prominente Menschen vom Papst empfangen. Selbst als katholischer Priester hat man wenig Chancen bei seinem „Chef“ eine Privataudienz zu erhalten. Auch ein Bischof bekommt in der Regel nur aller 5 Jahre anlässlich eines sogenannten „ad limina-Besuchs“ in Rom die Gelegenheit, den Papst in einer persönlichen Unterredung zu treffen.

D.h. ich beim Papst, ohne irgendwelche Beziehungen, unter solchen Voraussetzungen, undenkbar.

Wie geht eine Privataudienz beim lieben Gott?
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1. Audienz durch den Namen

du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.

Mose spricht Gott mit Namen an und bekommt zur Antwort: Ich kenne dich! Ich kenne deinen Namen, deine Persönlichkeit, deine Biografie. Du bist mir kein Fremder, uns verbindet eine gemeinsame Geschichte. Wo Gott einen Menschen kennt, da ist er durch und durch erkannt. So wie der Name Gottes eine unfassbare Welt umschließt, steht unser Name für unsere Person. Durch den Namen findet eine Zuordnung statt, mit wem wir es zu tun haben.

Wenn Jesaja den Jesus-Namen aufzählt: Wunderbar Rat, Kraft, Held, Ewig Vater, Friedefürst, verbindet sich gleich ein Programm damit. Wenn wir Martin Luther, Nelson Mandela, oder auch Adolf Hitler aussprechen, stehen gleich großartige oder schreckliche Geschichten auf. Selbst wenn ich sage, ich bin ein Jud von Metzingen, oder der Theophilos von den Blumenmönchen, können einige sagen, aha, der da!

Wo Gott Mose mit Namen kennt, ist damit die ganze Führung seines Volkes verbunden. In diesem Kennen liegt bereits die Erwählung zu diesem Auftrag. In diesem Namen Mose liegt die Gnade, Führer des Gottesvolkes zu sein. Wo Gott den Namen kennt, hat sich sein Name mit dem Menschen verbunden. So geht jedem Kennen, Gottes Erbarmen voraus. Über beide Namen, über zwei Biografien baut Gott Brücken. Gott selbst schafft beste Voraussetzungen für Begegnung und Kommunikation mit ihm. Gottesbegegnung findet nur statt, weil er uns kennt, nicht, weil der Mensch sucht. Gottesbegegnung ist immer Gnade und kein Verdienst. Ohne Gnade könnte kein Mensch Gott vor Augen stehen. Gnade ist der erste Funke von Herrlichkeit, mit der sich Gott an Menschen heran wagt.

Wo Mose noch mehr von dieser Herrlichkeit ersehnt, und über das von Gott gegebene Maß hinaus will, zeigt Gott die Gangart von Gottesbegegnung.
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2. Audienz durch die Freiheit

Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will ausrufen den Namen des HERRN vor dir: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. 20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. 

Das was hier nach reiner Willkür aussieht, zeigt sich beim näheren Betrachten als Gottes höchste Verantwortung. Gott macht hier keine Spielchen, von wegen, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Wir sortieren hier mal aus, so wie wir gerade lustig sind, sondern seine Güte liegt darin, dass er den Namen kennt. Weil er den Menschen kennt, muss seine Güte, seine Herrlichkeit dosieren. Gott ist erfahrbar, Gott schreibt mit Menschen großartige Geschichten, doch seine ganze unverhüllte Herrlichkeit ist für den Sünder tödlich. Bei der Herrlichkeit trifft der vollkommene Gott auf den unvollkommenen Menschen. Hier liegt der große Unterschied zwischen der Welt Gottes, und der des Menschen. Herrlichkeit ist für den Menschen unverdaulich. Für so viel Licht ist die vergängliche Welt nicht geschaffen.

Wenn wir die Sonnenfinsternis der vergangenen Jahre verfolgen wollte, war das nur mit Schutzbrillen möglich. Totale Sonne bringt Augen zum Flimmern und kann sie blind werden lassen. Vor Röntgen- und Laserstrahlen braucht der Körper Schutz. Herrlichkeit Gottes ist so gewaltig, dass sie für sterbliche Menschen schädlich ist. Gott gönnt sich die Freiheit, die Strahlenmenge zu reduzieren. Er legt fest, wieviel von der unsichtbaren Welt, in der Sichtbaren sich zeigen kann.

Das menschenverträgliche Licht ist Jesus Christus. Christus zieht als die Güte an uns vorüber. Die Herrlichkeit, die in Christus in die Welt kommt, ist genau die Menge, die für unser Angesicht passt. Er ist Gottes Angesicht, dem wir in die Augen schauen können. Christus ist die Erfüllung der Bitte nach Herrlichkeit. Christus lässt Herrlichkeit aufleuchten und nimmt ihr das Unerträgliche. Das ist Güte, die sich in Freiheit in ihrer ganzen Größe auf uns zu bewegt.

Wie sich Herrlichkeit zeigt, kann kein Mensch festlegen.
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3. Audienz durch das Geheimnis

21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. 22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. 23 Dann will ich meine Hand von dir tun, und du darfst hinter mir hersehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

Wenn wir beim Zug die Rücklichter sehen, haben wir meistens etwas verpasst. Wenn wir hinter Gott her sehen beginnt das Eigentliche. In der Felsspalte verkrümelt, abgeschottet durch eine vorgehaltene Hand beginnt Reich Gottes. Nur wenn wir noch etwas von einem Lichtschweif mitbekommen, der gerade vorbeigezogen ist, haben wir eine Fülle genossen, die kaum zu verkraften ist. Gottesbegegnung bleibt über aller Berechenbarkeit ein Geheimnis. Da ist eine Felsplatte, auf der totaler Gottesdienst stattfindet. Gott schafft Räume, in denen er sich vergegenwärtigt. Das Geheimnis von Herrlichkeit zeigt sich im für uns Gewohnten und im Ungewöhnlichen. Es gibt nicht die eine Form, auf die Gott sein Offenbaren festgelegt hat. Einmal kommt er in Brot und Wein, in Christus und dem Wort, in einem feierlichen Gottesdienst, ein anderes Mal in einem bedürftigen Flüchtling und im Alltagstrott.

Siehe, ist die Aufforderung genau hinzuschauen. Siehe, da ist ein Raum, genau für dich, an dem ich dir begegne. Es geht darum, diese Räume wahrzunehmen. Es geht darum dort zu stehen, wo die Güte vorüberzieht. Herrlichkeit ist viel näher als wir denken und begegnet uns oft dort, wo wir sie nicht vermuten. Siehe, ist das gespannte bereit sein, für das große Wunder im Kleinen.

So kann sich die Sehnsucht nach Herrlichkeit am Küchentisch, beim Musizieren, beim Blumenverkauf und an einem Sterbebett erfüllen. Da wo wir stehen sollen, die Aufgabe, die sich mit unserem Namen verbindet, ist der Platz für das Geheimnis Gottes. Wir brauchen nicht mehr zu suchen, als wir haben, wir brauchen nur stehen und sehen, wo die Gnade an uns vorüberzieht. Das ist eine nicht zu planende Audienz, sondern eine geheimnisvolle Begegnung von Angesicht zu Angesicht.

Ist da nicht jeder Augenblick, voller Überraschungen von einer Herrlichkeit, die zu uns unterwegs ist?

Ein Leben mit Biss 

ein Leben, das gut sein soll, braucht klare Autorität.
„Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.“

Jes. 44, 6
Schlimm ist, ein Dasein ohne Ansage. Da laufen die Tage einfach so hin, in denen man das tut, was so ansteht. Ein Leben ohne Ziel hat keine Richtung. Im Straßenverkehr vertrauen wir der Straßenverkehrsordnung, die in der Regel unfallfreie Abläufe garantiert. Wir vertrauen der netten Stimme unseres Navis, die uns dort hin bringt, wo wir hin wollen. In unserer Lebensplanung, ist oft vieles dem Zufall überlassen. Im Verkehr, im Beruf leben wir mit klaren Ansagen; in unserer eigentlichen Lebensgestaltung nehmen wir manches nicht so genau. Da gibt es selbst unter Glaubenden, dass sie nicht so klar wissen, wo ihr persönlicher Weg lang geht, und was ihre eigentliche Bestimmung ist. Da wird ein frommes Leben lang herumgeeiert.
Gott will unserem Leben Biss geben. Klare Führung schafft Zielstrebigkeit. Da ist eine Instanz, die die Ansage unseres Lebens macht. Wenn Gott der Erste und Letzte ist, steht etwas Großartiges über unserem Leben. Unser Dasein hat Bedeutung. Da will ein Schöpfer mit uns und durch uns schöpfen. Da will einer die prägende und gestaltende Kraft in unserem Dassein sein. Da ist einer, der hat mehr mit uns vor, als wir uns selber denken können. Er braucht daher die Führungsrolle, das Bestimmungsrecht, über unsere Entscheidungen. Da findet in uns ein Machtwechsel statt.
Wo wir dieser verbindlichen Ansage zum Recht verhelfen, findet unsere Menschwerdung statt. Wir werden zu dem, was Gott für uns gedacht hat. Unser ganzes Wollen, wird von dieser Autorität bestimmt. Wo wir diese verbindliche Wahrheit über unserem Leben stehen lassen, verändert sich unsere To-Do-Liste. Da fahren wir am nächsten Kreisel bereits an der 1. Abfahrt ab, als erst an der dritten. Der Erste und der Letzte will unsere Planungen, unsere Gedanken und all unsere Entscheidungen durchdringen; uns zum Besten.
Glauben wir, dass wir wirklich in unserem Leben alles ausschöpfen, wenn wir uns nur auf uns selbst verlassen?

Liebe verbindet Unterschiede 

Gemeinde Gottes glänzt durch gegenseitige Wertschätzung.
„Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern?“

Mal. 2, 10
Drei Fragen, die die christliche Kirche auf Herz und Nieren prüfen. Ist in unserem frommen Dasein wirklich das drin, was drauf steht? Glänzen wir durch ein Strahlen, das die Einzelnen in einer Gemeinschaft verbindet, oder glimmt jeder für sich so dahin?
Wo sich Gott mit Menschen verbindet, finden sich Menschen zusammen. Die Einheit mit Gott, verbindet die Verschiedenheit der Menschen. Wer von Gott geliebt ist, erhält von ihm die höchste Wertschätzung. Darin liegt die Qulität des Menschseins. Menschwerdung heißt: von der Liebe, zur Liebe geschaffen sein. Wer aus Gott geschaffen ist hat ein inneres Programm. Was aus der Gemeinschaft mit Gott entstanden ist, ist auf Gemeinschaft angelegt. Somit ist dieser gemeinsame Ursprung von Grund auf Netzwerk und Beziehung. Alles was aus Gott geschaffen ist, ist die Grundlage von Kirche. Es ist der Verbund, der von Gott Geliebten. Es ist die Gemeinschaft, der von Christus Geheiligten. Gott hat durch seine Erfschaffung und durch die Erlösung des Menschen, etwas von seiner ewigen Herrlichkeit in die Welt gepflanzt. Gemeinde sind lauter kleine und große Gottesfunken. Alle zusammen ergibt das Feuer der göttlichen Liebe, das gerade in der Verschiedenheit ihrern Glanz erhällt.
Wie sollten wir in diesem Handeln Gottes an Menschen, den einen ausgrenzen und den andern verachten? Wo die Liebe Gottes unterwegs ist, sucht sie gerade die Vielfalt. Sie lässt jedem seine Orginalität und verbindet die Schwachheiten. Die Liebe grenzt bei Versagen nicht aus. Liebe fängt den Gefallenen auf. Dort wo sich unter normalen Verhältnissen die Geister scheiden, zweifelt die Liebe nie am von Gott gegebenen Wert des Anderen. Wo ich mich von der höchsten Liebe getragen weiß, weiß ich, dass sie genauso dem gilt, der mir nicht so liegt. Solche Brücken kann nur eine göttliche Liebe bauen.
Kann man es an uns erkennen, dass wir die Geliebten des Höchsten sind?
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich euch allen.

Wer auf Starkes sieht, wird stark

es liegt an der konzentrierten Sichtweise, ob wir Hoffnung haben.
Der Herr ist deine Zuversicht.

Ps. 91, 9
Auf was schauen wir, wenn die Wellen hoch schlagen und die Stürme pfeifen? Zuversicht ist eine Umleitung zu etwas, was den Blick in eine andere Richtung lenkt. Von etwas weg, zu etwas hin. Es ist der Blick auf das was noch stärker ist, als das, was mächtig über mich hereinbricht. Die stärkste Zuversicht sehen wir bei Jesus am Kreuz. In seiner größten Gottverlassenheit schreit er zu seinem Gott. Er macht seine größte Not zum Gebet. Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Kurz zuvor sagt er zu dem Mitgekreuzigen: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Zuversicht hat im Schrecken eine Perspektive. Wo sich der Blick Gott zuwendet, verliert die Bedrohung ihre Macht.
Zuversicht ist das was uns vor Augen steht. Wenn wir dem Elend in die Augen schauen, können wir keine Hoffnung haben. Wenn wir auf das Unrecht der Welt sehen, haben wir keine Zukunft. Wenn wir unsere Einschränkungen betrachten, sind wir beschränkt. Wo uns Gott vor Augen steht, sind wir nicht mehr schicksalsbestimmt. Die Blickrichtung, „zu dem Herrn“, führt in stürmischen Wellen durch das Meer. Wo wir zu Gott sehen, verändern sich nicht die Situationen, sondern wir verändern uns, im Umgang mit den Situationen. Zuversicht lässt Aufstehen, in dem was uns auf den Boden wirft. Zuversicht gibt dem Handeln Gottes Raum in aller Ohnmacht.
Auf was richten wir unsere Augen, wenn´s ungemütlich wird?

Beim Glauben handeln zwei

der Glaube löst die stärkste Interaktion aus.
„Der Herr wird dir gnädig sein, wenn du rufst. Er wird dir antworten, sobald er´s hört.“

Jes. 30, 19
Wo das Handeln Gottes, mit dem Handeln des Menschen zusammenkommt werden Kräfte multipliziert. Da sind nicht nur Aktivitäten von zwei Seiten, die zusammengezählt werden, sondern hier wird etwas potenziert. Gottes Erbarmen fällt auf den Rufenden. Die Gnade Gottes ist zwar allgegenwärtig, doch sie entfaltet sich im vertrauenden Herzen. Sie geht vorauseilend auf jeden zu, will bewegen, will etwas auslösen, doch sie funkt dort, wo sich ein Mensch davon berühren lässt. Wo das Vertrauen sich öffnet und die Hände sich danach ausstrecken, geschieht der stärkste Kräfteaustausch, den sich Menschen denken können. Sobald Gott ein Fünkchen von uns hört, fließen Energien.
Das Gebet des Glaubenden ist keine Leistung, sondern öffnet die Türe für Gottes Handlungen. Der Glaube verheiratet die göttliche mit der menschlichen Aktivität. Wenn wir in den Stürmen des Lebens unterwegs sind, rudern wir als hätte alles Beten keinen Wert und beten wir, als wäre alles Rudern umsonst. Das Gebet aktiviert Gott und Mensch. Wer betet setzt eine Interaktion in Gang. Christsein hat nichts mit Gemütlichkeit zu tun, die im Gebet Gott alle Arbeit überlässt. Gebet und Glaube ist höchste Aktivität auf beiden Seiten.
Das ist das Starke für den der beten kann. Der Mensch bringt volles Engagement und Gott hat dadurch den Freiraum, alles hineinzulegen was er hat. Arm der Mensch, der alles von sich erwartet und alles von sich fordert. Viele Motivationsseminare heutzutage sind darauf aufgebaut; wecke die Kraft die in dir steckt. Das ist alles richtig und gut, doch im Glauben geht noch viel mehr. Wo unser Gebet das Herz Gottes trifft, werden nicht nur unsere eigenen Kräfte mobilisiert, sondern fließen schöpferische Kräfte noch dazu.

Gott wartet regelrecht darauf, dass wir zu ihm rufen, dass er sein ganzes Erbarmen über uns ausschütten kann.
Wollen wir da nicht ständig die Ruf in uns tragen, Jesus, erbarme dich meiner?