Lust auf Kurskorrektur 

Gottes Wort ist kein Salatbuffet, in dem man die Delikatessen herauspickt.
„Herr, ich habe Freude an deinen Mahnungen; sie sind meine Ratgeber.“

Ps. 119, 24
Mahnungen hört sich erst einmal abschreckend an. Sie sind die Konfrontation mit unseren Abgründen. Sie wollen Grenzen setzen und zum Guten lenken. Damit sind wir mitten im Wort Gottes. Gottes Wort setzt sich mit der Tiefe unseres Menschsein auseinander. Es ist nicht nur die Streicheleinheit, die wir liebend gerne verspüren, es ist auch Korrektur. Das Wort ist ein Erziehungsprogramm. Gute Erziehung fördert und setzt Grenzen. Mahnung bewahrt vor dem Bösen, vor dem was zerstört. So ist das Wort wie ein guter Couch, der uns ganz straff an die Hand nimmt. 
Ohne Mahnung wäre das Wort Gottes ein billiges Trostpflaster. Es hätte den Kuschelcharakter, der einlullt, aber keine Veränderungen schafft. Wo wir nur die Leckerlies aus dem Wort herausfischen, sind wir nicht bereit, den Korrekturen standzuhalten. Die Delikatessen herauspicken würde beduten, dass wir uns selbst den Weg der Entwicklung zum Heil abschneiden. Das Wort will eine alles bestimmende Macht an uns ausüben. Wir sollen darin Zuhause sein. 
Wer das für sich entdeckt, welche formende Kraft auch die erzieherische Seite des Wortes hat, kann sich glücklich schätzen. Da entsteht Freude am Wachstum. Da ist jeder Rat Gold wert. Da erkenne ich die formende und gestaltende Hand des Schöpfers an mir. Da wird Kurskorrektur zu einer Lust, weil es Glauben und Vertrauen fördert.
Wo stöhnen wir noch unter diesen Korrekturen? Wo können wir viel mehr Lust entwickeln, für diese formende und aufbauende Kraft des Wortes?

Lieber spitz statt breit 

Gott ist kein Schwätzer.
„Ich bin der Herr. Was ich rede, das soll geschehen und sich nicht lange hinausziehen.“

Hes. 12, 25
Gott macht Nägel mit Köpfen. Da ist Wort gleich Tag, da ist Absicht, gleich Erfüllung. Den störrischen, unbeweglichlichen Menschen, setzt er Handlung entgegen. Er kommt von der Planungsphase sofort in die Umsetzung. Wo der Mensch unter seinem Eigensinn und Gottestrennung zerbricht, geht Gott den Chistus-Weg. Allem menschlichen Widerstand, allem Zerfall der Schöpfung und seiner guten Werte, begegnet er mit Heil. Um die Welt aus ihrem Untergang zu führen, gestaltet er eine neue Form von Leben.
Mit Christus erneuert Gott seine Schöpfung. Damit alles wieder sehr gut wird, wie am Anfang, wird sein Wort zur Erlösung. Gott schafft nicht irgendeine Alternative, wie Leben gelingen kann, sondern geht einen einzigen Weg zum Leben. Er nimmt sich heraus, ein Machtwort der Einzigartigkeit zu sprechen. Mit Christus schafft Gott ein Alleinstellungsmerkmal, wie Leben in Ordnung kommt. Er wirft damit alle religiöse Meinungsvielfalt über den Haufen. „Ich bin, ich rede, und dann gehieht es.“
Echte Hilfe, wahres Heil, tragfähige Grundlagen brauchen verbindliche Worte. Wo wir Menschen umherstochern und die verschiedensten Wege und Möglichkeiten ausprobieren, spitzt Gott sein Handeln zu. Lieber spitz statt breit. Wo wir gerne breit aufgestellt sein wollen und uns in den unterschiedlichsten Ideologien orientieren, sagt Gott: nur Christus.
Wo Gott redet, offenbart er Christus. Wo er handelt konzentriert er unseren Blick auf seine Erlösung. Somit wird jedes Wort, das von Gott ausgeht, zur Neuschöpfung unseres Dasein. 
Was hält uns ab, in allem uns an Christus festnageln zu lassen?

Einmaligkeit ist gefragt 

Gott braucht Spezialisten, keine Alrounder.
„Ein jeder gebe, was er geben kann nach dem Segen, den dir der Herr, dein Gott, gegeben hat.“

5. Mose 16, 17
Es gibt nicht den Einheitsmenschen. Gott macht Unterschiede. Gott begabt nicht jeden gleich. In den Begabungen zeigt sich Gottes Vielfalt. Der Unterschied ist wichtig für das große Ganze. Gott schafft keine mehrere Klassengesellschaft, sondern denkt mit den Eigenschaften und Talenten, die er in Menschen legt an alles. So vielseitig die Schöpfung ist, so vielseitig sind die Aufgaben und so unterschiedlich müssen die Menschen sein. Die Verschiedenartigkeit ist zwar oft Grund des Anstoßes, doch sie ist ein Puzzle zum großen Bild. 

Gemeinschaft lebt von Gegensätzen, von dem anderen, der so ganz anders ist als ich. Die unterschiedlichen Organe im Körper konkurrieren nicht, sondern ergänzen sich gegenseitig für einen funktionierenden Organismus. 
Wir sind in unserer Gemeinde und Gesellschaft nicht nur Mitmacher, die irgendwo mit Hand anlegen, sondern wir sind für irgend etwas Spezialist. Gott hat uns zu Originalen geschaffen, die etwas so gut können, wie kein anderer. Wir brauchen niemand anderes nachahmen, wir brauchen uns auch keine anderen Gaben wünschen, sondern unsere Einmaligkeit entdecken und einbringen. Das ist die Ehre, die wir Gott erweisen, wenn wir nach unseren Gaben forschen und sie im Vollmaß ausschöpfen. 
Unser Gaben sind gepaart mit unseren Leidenschaften. Das was uns bewegt, was in uns brennt, ist das Potential, das in uns steckt. Quälen wir uns nicht mit Dingen ab, die wir nur halbherzig einbringen, sondern verschwenden wir das, im dem wir heiß sind. Das macht Reich Gottes lebendig, wenn wir nicht nur mitmachen, sondern zu 110 % das hineinwerfen, was uns unter den Nägeln brennt. Unsere wirklichen Gaben beleben das Miteinander, das nur Mitmachen ist mühsam uns belastend. Deshalb ist es durchaus eine sportliche Aufgabe, erst einmal die eigenen Talente zu entdecken, um dann alles geben zu können.
Ist es nicht viel erfüllender, wenn mein Dienst aus meinem Feuer heraus geschieht, als dass ich Dienst nach Vorschrift, oder „wo am Nötigsten“ verrichte? 

Erlösung beginnt im Kuhstall 

Gott verblüfft immer neu durch sein anders sein.
„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr.“ 

Jes. 55, 8
So nahe wir Gott auch sind, so eng wir mit ihm verbunden sind, Gott denkt immer anders. Der Mensch ist das, was er denkt. Bei Gott ist das genauso. Gott denkt zwischen den Welten und über alle kosmischen Grenzen hinaus. Für Gott ist nichts undenkbar. Das macht ihn zu Gott, dass er alles denken kann. Er geht seine Wege auf der Erde und in der ewigen Unendlichkeit. Da gibt es nichts, wo er nicht sein kann. Gott ist universal. Er ist alles in allem. Da ist nichts, was ihn begrenzt. Gott ist präsent, wohin wir auch gehen. Gott ist alles möglich. So sicher und selbstverständlich wie wir durch unser Haus gehen, geht Gott durch Raum und Zeit. Wo wir im Augenblick leben, bewegt er sich zwischen Anfang und Ende und darüber hinaus.
Bei allem, was wir denken können,  hier fängt unser Verstand an zu rotieren. Diese Gedanken und Wege bekommen wir nicht auf die Reihe. Hier stehen wir an der Grenze des Wahnsinns. Das sind Momente, die wir einfach nicht fassen können. Wir werden nie ermessen können, über welche Schiene uns Gott alles begegnen kann, und mit welchen Möglichkeiten Gott Klavier spielt. 
Deshalb können wir nie sagen, wie Glaube funktioniert. Wie können nie sagen, so wie wir Gott begegnet sind, müssen alle Gott begegnen. Gott hat so viele Möglichkeiten den Menschen zu begegnen,  soviel Menschen es gibt. Hüten wir uns christliche Maßstäbe, allein aus unserer Erfahrung heraus zu setzen. Unsere Berufung ist eine von Milliarden. Unsere Form Gottesdienst zu feiern ist eine von Tausenden. Gott lässt sich in kein Schema pressen und kommt auch in der letzten Spelunke zu Menschen, die wir verabscheuen würden. Seine Erlösung beginnt im Kuhstall, die Vollendung mit einem Verbrechertod.
Gott hat uns Ordnungen und Gebote für unsere Lebensgestaltung gegeben, doch sein Spielraum darin ist grenzenlos. 
Wo machen wir unser Denken zum Maßstab für Gottes Handeln?

Heute alles frisch 

eine fantastische Gegenläufigkeit hält uns lebendig.
„Die Barmherzigkeit des Herrn hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß.“

Klagel. 3, 22-23
Barmherzigkeit ist für die, die mit Altem behaftet sind und bei denen etwas Neues beginnen soll. Unser irdisches Dasein, das den vergehenden Gesetzen dieser Welt ausgeliefert ist und unweigerlich zum Abstand mit Gott führt, findet Erbarmen. Dort wo wir einfach nicht in der Lage sind, die Liebe, die aus Gott kommt zu leben, holt uns die Liebe ein. Gott bleibt nicht an unserer Unvollkommenheit stehen. Gott findet sich nie damit ab, das Menschen aus dem Guten herausfallen. Unser Ermüdungsprozess, der unter den täglichen Lasten uns die Zukunft vernebelt und unfrei macht, soll Auffrischung erfahren. Im Erbarmen greift Gott nach den schwach Gewordenen. Er hällt seine Hände unter die Fallenden. Das Erbarmen ist der Christus, der uns von unserer menschlichen Ohnmacht befreit. Wir sind nicht mehr dem Vermögen oder nicht Vermögen von uns selbst ausgeliefert. Das angefochtene Menschsein hat eine Perspektive.
Jeder neue Tag unter der Barmherzigkeit, ist ein Neustart, der den Scherbenhaufen von gestern zurücklässt. Wir können heute ganz neu beginnen, als wäre nie etwas gewesen. Diese Zuwendung, die wir da erfahren, löscht das Belastende von gestern. Dass Gott sich erbarmt macht uns völlig unbefangen von unserer Menschlichkeit. Das Quälende und Belastende bekommt das Erneuernde entgegengehalten. Bei allem, was in uns und um uns ständig zerfällt, wird in uns unablässig etwas erneuert. 
Das ist christlicher Glaube, dass wir jeden Morgen aus diesem Erbarmen schöpfen. Da bricht ständig etwas auf, das leben und blühen will. Erbarmen ist Gottes Widerwärtigkeit gegen das Sterben. Welcher Lebensmacht sind wir da ohne Ende ausgesetzt?
Sind wir die Hilflosen, die den Turbulenzen ihrer Tage ausgeliefert sind, oder ergreifen wir dieses Erbarmen und leben Erneuerung, den Krisen zum Trotz?

So völlig losgelöst

wir sind nicht den Zwängen des Alltäglichen ausgeliefert.
„Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheißt, dass sein Bund ewig bleiben soll.“

Ps. 111, 9
Wenn Gott sendet, kommt bei uns etwas an. Es sendet Loslösung von von unserer Erdgebundenheit. Wenn der Christus in unser Leben tritt, gelten andere Gesetzmäßigkeiten. Da bekommt das Alltägliche ein anderes Gesicht. Diese Sendung, die wir da erhalten, löst uns aus dem Todesprozess dieser Welt. Was wir da bekommen, lässt uns das Scheitern überwinden. Den Christus, den uns Gott sendet ist weit mehr, als allein die Loslöung von unserer Schuld, es ist eine ganz andere Daseinsform. Erlöst sein von dieser Welt, ist das herausgerissen sein aus dem, dass Leben im Abgrund endet. Die Perspektive des Leids und Elends, das auf dieser Welt liegt, ist nicht mehr das letzte und entgültige. Was wir gesendet bekommen ist ein Perspektivwechel. Leben definiert sich nicht aus der augenblicklichen Situation, sondern wir sind herausgelöst. Wir stehen daneben, darüber und sind nicht an das gebunden, was im Augenblick belastet.
Diese Herauslösung wird durch den ewigen Bund verstärkt. An das wir gebunden sind, das wird uns prägen. Das Angebunden sein an die Welt, an das Drama unserer Tage wird gelöst und durch den anderen Bund ersetzt. Wir sind nicht krankheits- und krisenbestimmt, sondern erlösungsbestimmt. Da ist grundsätzlich mehr Hoffnung da, als die Umstände zulassen. Glaubende sind unbeirrte Aufsteher und Weitergeher. Da habe ich heute eine neue Perspektive vor Augen, in der alles möglich ist. Keine Situation in der wir stehen ist entgültig, wir haben mit diesem Bund jeden Augenblick die Macht, etwas neu werden zu lassen. 
Wo sehen wir Möglichkeiten, in die Ausweglosigkeiten unserer Tage, unser Geschenk der Loslöung hineinzutragen?  

Kraft im Überfluss 

unser kraftvoll sein geht nicht von uns aus.
„Herr, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!“

Jer. 16, 19
Welch ein Bekenntnis. Hier hat eine Kräfteverschiebung stattgefunden. Der Herr ist das, was mich ausmacht. Ein Mensch, der nicht in seiner Saftlosigkeit steckengeblieben ist, sondern aufgebrochen ist zur Kraft. Menschen sind wie Accus, die sich im Betrieb verbrauchen und entleeren. Ihre eigentliche Energie erhalten sie aus der Ladestation. Ohne Ladestation ist der beste Accu kein Kraftpaket mehr. Es geht um die eigentliche Quelle von Energie. Ohne Nachladen leuchtet irgendwann kein Handydisplay mehr. Ernergie haben hängt immer mit Energie tanken zusammen. 
Menschen haben aus sich heraus nicht den Strom, über alle Maßen kraftvoll zu sein. Ihnen gehen immer wieder die Lichter aus. Wir leben in einer energieraubenden Welt. Schöpfung verbraucht sich, durch ihren Sterbensprozess. Anklage und Selbstszweifel gehören zu unserem Spannungsabfall. 
Du bist, ist die Energiewende. Gott baut ein Kraftfeld auf. In uns fließt ein Saft von anderswo. Unsere Funktionstüchtigkeit kommt aus der Schöpferquelle. Da wirkt eine andere Kraft. Da baut sich in uns der Starke auf. Es kommt nicht darauf an, wer wir sind, sondern in wem wir sind. In all unserem Schwachen und Unheiligen, belebt uns der Heilige. 
Wer von dem Erneuernden berührt wird, kann aufatmen, kann sich aufrichten, wird lebendig. Da bestimmt nicht die Not und Schwachheit, da ist immer mehr Kraft als nötig vorhanden. Da kann keine innere oder äußere Not uns Angst machen. Wo du bist, sind wir den widrigsten Umständen gewachsen.
In welchen Situationen stehen wir unter dem Eindruck, die Kraft würde nicht reichen und wir sind den Herausforderungen nicht gewachsen?  

Ein Bund ist Gold wert

Gott will unter allen Umständen Bündnisse erhalten.
„Du sollst nicht ehebrechen.“

2.Mose 20, 14
Alles liegt in dem Bund, der Gott mit dem Menschen geschlossen hat verankert. Gott knüpft Lebensverbindungen. Aus dieser Verbindung geht Leben hervor. Der Bund mit Gott ist unsere Nabelschnur für unser Dasein. Darin entfaltet sich das Wunderwerk der Schöpfung. Bund ist kein angebunden sein, sondern ein gegenseitiges inspiriert werden. In einem Zusammenschluss liegt eine Befruchtung. Darin liegt die ganze Dynamik Gottes. Da entfaltet sich das Menschsein zu seiner eigentlichen Größe. Jeglicher Bruch, dreht dem Leben den Saft ab. 
Dieses Bündnis mit Gott liegt jeglicher menschlichen Gemeinschaft zugrunde. Die Verbindung von Mann und Frau hat einen Schöpferstatus. Sie ist eine heilige Zelle aus der Neues entsteht. Durch diese Verbindung lebt die Gottesgeschichte. Darin liegt die Zukunft der Welt und die Zukunft, die Gott mit Menschen hat. Wir müssen uns diesen Adel den eine Ehe hat, einmal so richtig auf der Zunge zergehen lassen. Diese Zelle zwischen Mann und Frau ist etwas total Edles, etwas Kostbares, das mit nichts auf dieser Welt zu vergleichen ist. Es ist eine großartige Verschmelzung, die keinen unverändert lässt. Sie ist Gottes zentrales Lebensmodel. Alle Ideologien, wie Gender, die andere Modelle gleichberechtigt daneben stellen wollen schießen an diesem Punkt zu kurz. 
Deshalb genießt die Ehe bei Gott solch einen großen Schutz, dass sie in den 10 Geboten verankert ist. Gott kämpft gegen Brüche. Gott will Ursprünglichkeit erhalten und setzt seine Leidenschaft gegen jede Form von Auflösung. Solch ein Bündnis ist wie ein Augapfel, der viel Schutz braucht, weil er durch seine Empfindlichkeit sehr gefährdet ist. Dieser eigentlich heilige Bund ist ein Zusammenschluss von unheiligen Menschen. Darin liegt die große Spannung und das vorprogrammierte Elend. Es bedarf großer Umsicht, dass dieses Schiff keinen Schiffbruch erleidet. Unsere Herausforderung ist es, immer neu dem nachzuspüren, was solch eine Zelle aushebelt. Gott will keine Brüche, er will heilen. Er will Mut machen, das Verbindende zu suchen und das Trennende zu verabscheuen. Schwierigkeiten sollen anspornen zu kämpfen und nicht loszulassen.
Wir stehen immer in der Gefahr, dass Miteinander zerbrechen will, was tun wir heute um Bündnisse zu erhalten und aufzubauen?

Null Toleranz bei Bosheit 

„Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge!“

Ps. 97, 10
Klare Ansage für die Glaubenden. Im Umgang mit dem Bösen gibt es nur Rigerosität. Menschen am Herzen Gottes sagen nicht zu allem Ja und Amen. Da zählt nicht, immer nur lächeln und nett sein. Glaubende schlagen auf den Putz, wo Zerstörung am Werk ist. Echte Liebe zu Gott muss Hass entwickeln, zu allem was Gott nicht meint. Das ist eine Stimmung und ein Gefühl, die uns so gar nicht liegen. Können wir wirklich hassen? Haben wir eine Abscheu gegen das was Gottes gute Ordnungen durchbricht? Bäumt sich da etwas in uns auf, wenn das Leben mit Füßen getreten wird? Menschen an der Quelle des Lebens müssen eine gesunde Auflehnung entwickeln, gegen alles, was die Quelle verseucht. Wo es um Fehlentwicklungen geht, in uns, in Kirche und Gesellschaft, muss sich etwas in uns Aufbäumen. In unserem pluralen Denken, muss sich ein Platz für ein NEIN entwickeln. Wer das Böse toleriert, untergräbt die Liebe Gottes. Das Vermächtnis, das Gott uns anvertraut hat, braucht entschlosse Kämpfer für das Gute. Paulus fordert in dem Zusammenhang auf, den törichten Menschen mit guten Taten das Maul zu stopfen. 
Wer in Gott lebt, ist zum Einmischen geboren. Die wahre Liebe kennt null Toleranz gegen das Böse. Echte Liebe wird ungemütlich, wo die Liebe mit Füßen getreten wird. Gott hat der Sünde mit Christus das Maul gestopft. Gott, der leidenschaftlich für das Leben kämpft, kämpft genauso entschlossen gegen den Tod. Wer in der Liebe steht, kann keine Liebe für das Arge entwickeln.
Kommen wir noch in Wallungen, wenn Bosheit gesellschaftsfähig gemacht wird?

Bändige den Tiger im Mund 

„Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge.“

Ps. 39, 2
Die Zunge ist ein wildes Tier. Unkontrolliert kann sie großen Schaden anrichten. Die Bibel verwendet für sie gefährliche Bilder. Sie ist messerscharf, zweiseitig geschliffen, ein regelrechtes Kampfinstrument. Sie ist wie ein Pfeil, wie ein Spieß, der andere völlig außer Gefecht setzten kann. Für Waffen gibt es ein Kampfmittelverordnung, wilde Tiere müssen gezähmt und hinter Schutzzäune gebracht werden. Die Zunge braucht Kontrolle, um nicht auszubrechen. Sie steht immer in der Gefahr zu verletzen. Sie ist das Instrument, das gegen Gott löckt. Sie transportiert das Innere nach außen. Sie verrät unsere unheilige Menschlichkeit. An ihr wird offenbar, wie Menschen zu Gott stehen. Wir brauchen nur unser Miteinander betrachten, da machen uns nicht so sehr die ungeregelten Dinge zu schaffen, sondern viel mehr die menschlichen Verletzungen. Die ungeschützten Worte, die den Nerv treffen und Wunden verursachen, die kaum heilen. Zunge und Sünde liegen eng beieinander. Wenn der schon den Mund aufmacht, dann könnte ich….. Wenn die Zunge Schaden anrichtet, dann geht immer das Gute in Brüche. Sie ist der wilde Tiger, der Gottes gute Ordnungen zerfetzt. Das gesunde, wachsende, aufbauende Leben, wird in Stücke zerlegt.
Da hilft nur bändigen. Glaubende, die aus Gott leben, brauchen eine starke Selbstkontrolle. Wer sich dieser Gefahr bewusst ist, braucht eiserne Vorsätze. „Ich will mich hüten“, ist ein  herrliches Bild, wie wir uns selber schützen und kontrollieren. Ich will meine Zunge in Eisen legen. Ich will sie anketten. Es darf kein Wort unbedacht die Zäune durchbrechen. Hier ist große Disziplin für unser Reden gefordert. Wir tragen die Verantwortung, für den Schaden den wir anrichten. Dort wo wir unsere Zunge unter Kontrolle haben, bekommen unsere Worte heilende Kraft. Eine gebändigte Zunge kann Worte des Lebens versprühen, kann aufbauen, kann erneuern und Mut machen. Die behütete Zunge ist ein Zeichen von Heiligung. Da hat Gottes Erneuerung in mir die Worte geläutert. 
Was nehmen wir uns vor, um unser Miteinander mit fruchtbaren Worten zu bereichern?