100% reines Gold

Ein ordentlicher Lebensmittelskandal kann einem den schönsten Weihnachtsbraten versauen. Wer isst schon gerne mit Antibiotika verseuchtes Schweinefleisch? Wer trinkt denn mit Genuss Glycerin gepanschten Wein? Wer verschenkt mit Begeisterung Rosen, die mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt sind? Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, werden wir ohne Ende beschissen. Vieles sieht toll, erfrischend und gesund aus, ist aber Plagiat. Es ist Entfremdung und Täuschung des Originals. Wer sich nicht täuschen lassen will, beginnt die Suche nach dem Echtheitszertifikat und der Premium Qualität. Alles Bio, 100% reine Baumwolle, ohne Zusatzstoffe, garantiert Laktose frei, aus fairem Handel, alles ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Welche Maßstäbe stellen wir an das Leben selbst?


1. Was ist Qualität?

„Gott aber hat ganz eindeutig bezeugt, dass er uns das ewige Leben schenkt, und zwar nur durch seinen Sohn.“ 
Jeder von uns lebt, ohne dass er gefragt wurde, ob er das überhaupt will. Wir alle haben 100% reines Leben geschenkt bekommen. Spätestens wenn ein Kind zu Welt kommt, staunen wir über das Wunder, dass wir nicht nur das Produkt unserer Eltern sind. Hinter unserem Leben steht der Bekennerbrief von Gott: Ich war´s! 
Das Leben des Menschen unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen Lebewesen. Sein Leben ist nicht nur ein Zustand, sondern ein Sein, eine Daseinsform. Ihn unterscheidet vom Vegetieren einer Rose oder Katze, dass er ein von Gott Erwählter ist. Blumen und Tiere können ihre Bestimmung nicht verfehlen, sie leben das, was in sie hineingelegt ist. Schöpfung ist, aus Gott gemacht und in Gott sein. Durch Gottes „ich war´s“, gibt er dem menschlichen Leben eine viel größere Bedeutung. Leben des Menschen ist Gottes „ich will dich“. Wir sind ihm wichtig. Gott will Gemeinschaft, er will sich in uns spiegeln. Leben von seinem Grundgedanken ist Freundschaft mit Gott, ist ein in Gott-Sein. Es ist das völlige Aufgehen in Gott, und das komplette Eindringen Gottes in uns. Leben ist Gottesoffenbarung. Gott spaziert über die Erde und durch die Welt. 
Im Gott erkennen, entdeckt der Mensch sich selbst. Wir alle spüren das Feuer, die Kraft, die Schönheit, die Kostbarkeit, die von dieser saftigen Quelle ausgeht. Aus einem sicheren Instinkt heraus, tun wir alles, um dieses Leben zu erhalten. Jeder nur einigermaßen vernünftige Mensch, möchte nicht nur existieren und einfach nur da sein, sondern es kommt ihm auf das „wie“ an. Wie lebe ich gesund? Was erfüllt mich? Wie schaffe ich Wertvolles? Wir wollen Anteil am Lebendigen am Vitalen haben. Alles ist voller Streben nach Gehalt und Tiefe, nach innerlichem Reichtum, nach Sinnerfüllung. Diese Lebenssehnsucht liegt wie eine Unruhe in uns. Ja nichts verpassen, auf keinen Fall etwas unversucht lassen, mitnehmen was geht, die ganze Fülle ausschöpfen. Dieser Drang nach Lebendigkeit ist gut, sie ist von Gott in uns hineingelegt, sie kann sich jedoch zur Gier und Unersättlichkeit übersteigern.
Wo diese gewaltige Antriebskraft nicht in eine lebendige Gottesbeziehung hineinfließt, ist sie ein Aufschrei eines Kindes, das seine Mutter verloren hat. Schreien ist zwar lebendig, aber offenbart ein Defizit, den echten Lebenshunger. Ist nicht vieles der hochgezüchteten Freizeitindustrie ein Aufschrei nach Leben, nach mehr Sinnerfüllung? Ein bisschen mehr Kick, ein prickelnderes Abenteuer, noch berauschendere Geschwindigkeit, sollen die leer gewordenen inneren Räume füllen. Man kann sein physisches Leben in allen schillernden Farben haben und doch „tot“ sein. Der Mensch hat als Einziger der Schöpfung die Größe, seine Bestimmung abzuwählen und dadurch seinen Sinn zu verfehlen.
Daher immer wieder tierischen Vergleiche in der Bibel; der Ochse kennt den Stall seines Herrn, die Schafe ihren Hirten, die Schwalben und Kraniche die Zeit zu gehen und kommen.
Leben ist immer Bezug oder Beziehung zu Gott. Leben heißt: Der Gott im Mensch und der Mensch in Gott. Natürlich vollzieht es sich in einer bunten, duftenden, klingenden, musizierenden, und greifbaren Welt, voller Ekstase und Leidenschaft. Doch göttliches Leben ist noch viel mehr, als allein im natürlich-physischen Dasein aufzugehen. 
Leben in Gott ist ewig. Wir sind hineingenommen in eine Lebensgestaltung, die nie abgeschlossen sein wird. Uns ist ein Leben geschenkt, das sich nicht bloß zwischen Wiege und Bare abspielt. Dieses Leben spielt in einer anderen Liga. Die Qualität des Lebens, zeigt sich daran, was ewig ist, wieviel Gott im lebensfreudigen Menschen angekommen ist.

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2. Was sichert Qualität?

 „Wer also dem Sohn vertraut, der hat das Leben; wer aber dem Sohn nicht vertraut, der hat auch das Leben nicht.“

Menschen sind so autark, wie stehende Gewässer. Wenn nicht ständig bewegtes, frisches Wasser zufließt, durchfließt und weiterfließt, kippt der See, stinkt und ist tot. Es ist ein gewaltiger Irrtum, dass wir auf eigene Faust leben können. Wer lebendig sein will, braucht den frischen Durchfluss. Ewiges Leben in irdisches Leben bringt Christus. Heißhunger auf Leben stillt der Sohn. Leben ist an diese eine Person gebunden. Gott hat nicht einmal das Leben geschaffen, sondern investiert ständig neu hinein. Leben aus Gott ist ein Full-Service-Vertrag. Er übernimmt die Garantie Leben lebendig zu erhalten. Christus ist Gottes Qualitätssicherung. An ihm hängt es, dass unser Teich nicht kippt. Er transportiert die Faulgase ab, führt Sauerstoff zu, gegen das Ersticken, regeneriert den Schlick und spült den Dreck weg. Christus ist die Umwälzpumpe für Sauberkeit und Frische. Er ist die ununterbrochene Aktivierung, eines dem Untergang ausgesetzten Gewässers.

Heutzutage werden nicht nur Filter in Wasserleitungsnetzte eingebaut, sondern auch Aktivierungselemente mit Bergkristallen, durch die, belastetes, kalkhaltiges Wasser, durch eine Schwingungsübertragung, wie Quellwasser aus dem Wasserhahn kommt. Christus ist nicht eine von vielen Möglichkeiten, zu unserer ständigen Erneuerung, sondern die eine Exklusive. Wo wir ihn vernachlässigen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn Lebensfreude flöten geht, wenn die Angst steigt, wir könnten etwas verpassen, wenn wir krampfhaft nach irgendwelchen Ersatzbefriedigungen suchen müssen.
Die Sinnlosigkeit steigt, wo Christus in uns verarmt. Menschen brauchen starke Symbole. Wo das Kreuz kleiner wird, werden Mercedessterne größer. Wir bringen uns um unser Bestes, wenn wir an Jesus vorbei sehen. Liebe geht nie ins Leere hinein, sondern bezieht sich immer auf den geliebten Menschen. So gibt es das Leben nur als das Ereignis, das zwischen Jesus Christus und mir stattfindet. Das sichert Qualität.

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3. Was bewirkt Qualität?

„Ich weiß, dass ihr an den Sohn Gottes glaubt. Mein Brief sollte euch noch einmal versichern, dass ihr das ewige Leben habt.“
Ewiges Leben haben, ist nicht erst etwas nach unserer Beerdigung. Wer dieses Leben hat, hat es schon jetzt. Das ereignet sich in jedem Gottesdienst, in dem Christus in Wort und Sakrament in uns das Ewige vergegenwärtigt.  In diesem Feiern projiziert sich ein Stück dieser Zukunft in unsere Gegenwart. Man könnte sagen, dass wir für diesen Moment den Tod bereits hinter uns haben. Ewiges distanziert uns vom Zwang des Irdischen. Wo das Leben, dieses Geheimnis des Glaubens erfährt, verliert es die Sorge um die irdische Zukunft. Die Erfahrung von Ewig entspannt allen Lebenskrampf. Es geht dann nicht mehr um mein kleines oder großes Glück, um mein Recht, um meine Geltung, um meine Wehwehchen.
Wo Ewiges berührt und lebendig macht, bleibt das nicht bei mir stehen, es drängt nach außen. Leben ist inspiriertes Dasein für andere. Lebenssatt werden wir dadurch, dass wir mit empfangener Frische, unsere Umgebung auffrischen. Je mehr wir uns an Menschen und Aufgaben verlieren, umso reicher und erfüllter werden wir. Nicht die Hingabe macht arm, nicht das Weiterfließen, sondern das festhalten und das auf sich beziehen. Den Durchfluss stoppen, bringt uns um.
Ewiges Leben macht uns unabhängig, von unserer eigenen Befindlichkeit. Durch den ständig heilenden Christus, lebt in uns ständig etwas Erneuerndes. Da empfinden wir Frieden, mitten im Krieg. Da ist in uns etwas gesund, auch wenn der Körper nicht will, wie wir wollen. Wir können fest stehen, wo alles fällt, wir können hoffen, wo alles trauert.
Gerade in unseren Leidenswegen, bewährt sich ein Leben, das aus 100% reinem Gold besteht. Gerade am Beginn eines neuen Jahres, gibt es keine bessere Perspektive, als ewiges Leben. Es beginnt mit der Eucharistie und auch dem Jahres-Wort, mit dem Gott bei uns eingeht und uns lebendig macht.
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